In der Kalifornischen Stadt San Francisco gibt es soziale Probleme, wie wohl in jeder Großstadt. Die angebliche Corona-Pandemie gehört jedoch nicht dazu, wie aktuelle Zahlen eindeutig ergeben. Laut der offiziellen Statistik sind im letzten Jahr mehr Einwohner durch eine Drogenüberdosis gestorben, als an einer Covid-19-Erkrankung. 

Von Berthold Krafft

Amerika hat eine Opioid-Epidemie, keine Corona-Pandemie

In San Francisco starben während der Corona-Krise rund 700 Menschen an einer Drogenvergiftung. Währenddessen starben weniger als 300 Personen offiziell an Corona in der Stadt. Und dabei wurden möglicherweise noch viele mitgezählt, die nicht an, sondern mit Corona verstorben sind. Und in diesem Jahr dürften die Zahlen sogar noch weiter steigen, wie ein Bericht des Gesundheitsamts prognostiziert. So gab es von Jänner bis April bereits 252 Drogentote, was, auf das ganze Jahr hochgerechnet, über 1.000 Drogenopfer bedeuten könnte!

Die Entwicklung wird seit Jahren schlechter. Man spricht in den USA mittlerweile von einer „Opioid-Epidemie“, da so viele Menschen wie niemals zuvor von Opiaten abhängig sind. Besonders übel ist die Situation mit der Droge Fentanyl, die oft in China hergestellt wird und über 100 Mal stärker sein soll als Heroin. Der prominenteste Fentanyl-Tote ist wahrscheinlich der Afroamerikaner George Floyd.

Wirtschaft stark getroffen

Obwohl aufgrund der Corona-Angst ohnehin nicht viel los war, wurde das öffentliche Leben und die Wirtschaft der Stadt durch einen besonders harten Lockdown zerstört. Vor allem der in San Francisco traditionell wichtige Tourismus wurde hart getroffen. Dazu gehören auch zahlreiche Kongress-Veranstaltungen und Conventions, die alle abgesagt werden mussten. „Es wird wohl noch mindestens drei Jahre dauern, bis sich die Tourismus-Industrie voll erholt hat“, meint Kevin Carrol der Präsident des Hotel-Verbandes von San Francisco.

Öffnung geht langsam vonstatten

Bereits am 20. Mai wurde gemeldet, dass das städtische Hauptkrankenhaus keinen einzigen Corona-Patienten mehr habe. Trotzdem geht die Öffnung und die Beendigung der Zwangsmaßnahmen nur langsam vonstatten. Am 15. Juni dürfen jedenfalls die Geschäfte wieder aufsperren. Ab dann gelten auch die Abstandsregeln nicht mehr. Einige Händler klagen jedoch über Personalmangel, da die früheren Angestellten woanders hingezogen sind. Zudem gäbe es Probleme mit den Lieferketten, die nicht mehr richtig funktionierten.

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