Wochenblick-Chefredakteur Christian Seibert traf den freiheitlichen Klubobmann des Landtags, Herwig Mahr im herrlichen Ambiente des Linzer Schlossbergs.

Herwig Mahr (60) ist ein Urgestein der oberösterreichischen Freiheitlichen und als Politiker mit allen Wassern gewaschen. Warum ihm das Brauchtum ein ganz wichtiges Anliegen ist und wie er als Bienenzüchter mit dem Klima-Hype umgeht, erfahren Sie im exklusiven Gespräch…

Ein Intrview geführt von Cheafredakteur Christian Seibert

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Wochenblick: Herr Klubobmann Mahr, inwieweit ist nach der „Ibiza-Affäre“ und der harten Wahlauseinandersetzung momentan die schwarz-blaue Zusammenarbeit in Oberösterreich eigentlich in Gefahr? Ist der Koalitionspartner nervös?

Mahr: Die Zusammenarbeit ist überhaupt nicht in Gefahr. Wir sind uns in sehr vielen Punkten mit der ÖVP einig und arbeiten die Punkte unseres Arbeitsübereinkommens gemeinsam ab. Und wenn wir unterschiedliche Meinungen und Zugänge zu gewissen Dingen haben, dann setzen wir uns zusammen und besprechen das. Das hat bis jetzt sehr gut funktioniert und ich gehe davon aus, dass es auch bis zur nächsten Wahl 2021 gut funktionieren wird.

Und wenn nach der Wahl tatsächlich Türkis-Grün im Bund kommen würde…?

Ich denke auch, dass diese Variante eine Option für die Bundes-ÖVP nach der Wahl sein wird. Ich glaube aber trotzdem, dass alle Beteiligten in Oberösterreich vernünftig genug sind, um den eingeschlagenen erfolgreichen Weg fortzusetzen.

Momentan wird das Thema Klima von den Mainstream-Medien ziemlich „gehypt“. Wie lauten hier die Ansätze der FPÖ?

Wir sagen Klimaschutz immer nur mit Hausverstand. Es ist natürlich unsere Aufgabe als Politiker, dafür zu sorgen, dass wir auch in Zukunft eine saubere Donau haben oder unbeschadet durch einen Wald gehen können. In den letzten Jahrzehnten hat in diesem Bereich ein großer Umdenkprozess stattgefunden, allerdings muss man auch festhalten, dass wir ein Industrie-Bundesland sind und hier gilt es eben mit Hausverstand vorzugehen, um keine Arbeitsplätze zu gefährden.

Es kann nicht sein, dass Menschen nach Österreich kommen und dann nach zehn Jahren kein Wort Deutsch sprechen.

Was entgegnen Sie Kritikern, die behaupten, die FPÖ hänge sich plötzlich ein „grünes Mascherl“ um?

Es kann sich jeder das Parteiprogramm der FPÖ durchlesen. Man erkennt sofort, dass wir dieses Thema immer schon besetzt haben. Wir wollen uns auch kein „grünes Mascherl“ umhängen, weil es „In“ ist, sondern eigene Akzente in diesem Bereich setzen. Für uns bedeutet Umweltschutz auch Heimatschutz – und das gilt natürlich auch für das Klima.

Das Thema Zuwanderung bewegt unsere Leser weiterhin sehr stark. Insbesondere die Sogwirkung in die Landeshauptstadt hält weiter an. Bürgermeister Luger spricht bereits von 225.000 Einwohnern im Jahr 2050. Macht Ihnen das Sorgen? 

Im Zentralraum – egal ob das Wels, Traun, Ansfelden oder Linz ist – hat die Zuwanderung Prozentsätze erreicht, die meines Erachtens zunehmend problematischer werden. In meiner Heimatstadt Traun haben 84 Prozent der Kinder in Krabbelstuben und Kindergärten eine andere Muttersprache als Deutsch. Das ist ein Riesenproblem! Deshalb haben wir auch die Schulsprache Deutsch nicht nur im Unterricht gefordert. Unsere Sprache ist der wichtigste Faktor, um sich in Oberösterreich zu integrieren. Es kann nicht sein, dass Menschen nach Österreich kommen und dann nach zehn Jahren kein Wort Deutsch sprechen.

Der Hobby-Bienenzüchter Mahr verbringt seine Urlaube in seinem Haus in Traun.

Aber die Sprache allein wird wohl zu wenig sein, wenn die kulturellen Unterschiede derart groß sind, oder?

Das sehe ich auch so. Außerdem müssen die Zuwanderer wissen, wie sie sich in Oberösterreich zu verhalten haben. Deswegen ist mir auch eine Werteschulung so wichtig. Aber der wichtigste Faktor ist, dass sich die Zuwanderer nicht in der sozialen Hängematte ausruhen, sondern über einen Leistungswillen verfügen und sich in das Arbeitsleben einordnen. Ich denke, hier wurde mit der neuen Sozialhilfe einiges unternommen, um diese Sogwirkung auf den österreichischen Sozialstaat zu unterbinden. Aber mir ist es wichtig festzuhalten, dass sich die Herrschaften, die nach Oberösterreich einwandern, sich uns anzupassen haben – und nicht umgekehrt!

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