Heute ist die alte Kaiserstadt Goslar nur eine von vielen Kleinstädten im Norden Deutschlands, aber trotzdem ein interessantes Ziel, vor allem für geschichtsinteressierte Menschen, die sich ins Mittelalter zurückversetzen lassen möchten.

Nirgendwo sonst in Deutschland bekommt man dieses Gefühl authentischer vermittelt als in Goslar, in dem noch mehr als 1.000 altersgebeugte Fachwerkhäuser aus jener Epoche beeindrucken und wo man auf Schritt und Tritt auf Relikte aus jener Zeit aus den ersten Jahrhunderten des letzten Jahrtausends stößt.

Der Canossa-Gang nahm in Goslar seinen Anfang

Der 1000. Kaisergeburtstag soll Besucher nach Goslar locken 1

Was könnten die Häuser und schmalen Gassen von Goslar nicht alles erzählen? Auf ihrem holprigen Kopfsteinpflaster sind schon Heinrich Heine und Wolfgang von Goethe entlanggestolpert, aber auch Erwin Rommel, der hier als junger Offizier bei den Goslarer Jägern diente (wie im Übrigen auch der spätere Panzergeneral Guderian). Nicht zu vergessen die Reisekaiser, die sich ebenfalls gern in Goslar aufgehalten haben, wenn sie nicht gerade nach Canossa pilgern mussten wie Heinrich IV. im Jahr 1077, der seinen schweren Gang von hier aus gestartet hat, um sich mit Papst Gregor zu versöhnen.

Die um 1005 erbaute Goslarer Kaiserpfalz war aber nur eines der vielen zu Hause der damaligen Kaiser, die ruhelos im Reich umhergewandert sind und mit Pfalzen ihr Terrain absteckten. Da die Goslarer Pfalz die größte und mächtigste ihrer Zeit war, haben die deutschen Fürsten im Jahr 1009 hier auch ihre erste Reichsversammlung abgehalten und danach noch 23 glanzvolle Reichstage.

Der Silberbergbau begründete den Reichtum der Pfalz

Wenn die hohen Herrschaften in Goslar angesagt waren, wurden die kahlen Wände des Pfalzquartiers hurtig mit Wandteppichen geschmückt und waren die Fürsten dann da, wurden sie mit Jagden sowie Geschenken aus Silber (Tellern und Bechern) bei Laune gehalten. Der Rohstoff für die wertvollen Geschenke, das Silber, kam praktischerweise gleich aus dem nahen Rammelsberg, wo es noch bis in die Achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts eine rege Bergwerkstätigkeit gab.

Der Tod kam mit dem Papstbesuch

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Wegen der einstmals großen Silbervorräte haben sich die Kaiser ihre Pfalz natürlich gleich an der sprudelnden Quelle errichtet, später auch noch einen großen Dom dazugestellt, der aber die Zeitläufe nicht überlebte. Nur die Vorhalle der ehedem größten romanischen Basilika, die 1051 eingeweiht wurde, gibt es noch und darin wird heute der Thron der ersten deutschen Kaiser verwahrt. Das Original steht in der Kaiserpfalz, die heute als Tagungsstätte dient. 1056 hat Papst Viktor II. den neuen Goslarer Dom und Kaiser Heinrich III. besucht, was dieser aber nicht überlebte. Denn nach einer Jagdpartie mit dem Pontifex bei Bodefeld im Harz wurde dem Gastgeber so unwohl, dass er sieben Tage später starb.

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