Eine alte Weisheit sagt: „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!“ – Umso kritischer gehören auch die offiziellen Corona-Zahlen der Regierungen unter die Lupe genommen, denn sie entpuppen sich häufig als Zahlenspielereien und Milchmädchenrechnungen.

Von Franziska Bernhard

So betrug etwa am 16. März die Sieben-Tages-Inzidenz 209,8 „Infektionen“ pro 100.000 Einwohner. Diese Zahl berechnet sich aus den absoluten positiven Testzahlen der letzten sieben Tage, also 492.581 laborbestätigten Fällen aus 18.346.043 durchgeführten Testungen. Das bedeutet logischerweise auch, dass je mehr positive Testungen vorliegen, umso höher auch die Inzidenz ausfällt.

Hypothetische Hochrechnung ergibt ein Zehnfaches

Schon im Februar konnte das rein mathematisch bedeuten, dass die Tests in keinster Weise aussagekräftig sein können. So werden die Fallzahlen ja auch auf 100.000 Einwohner hochgerechnet. Es gab zum Beispiel Fälle von kleinen ländlichen Gemeinden mit nur wenigen hundert Einwohnern. Rechnet man dort einen Fall auf hundert Einwohner hoch, ergibt sich die zehnfache Zahl aus der bloß hypothetischen Rechnung.

Echte Zahlen rechtfertigen keine Maßnahmen

Angenommen, man hätte schon im Februar die gesamte Bevölkerung Österreichs getestet, also fast 9 Millionen Tests in einer Woche durchgeführt und die positiven Fallzahlen hätten sich im selben prozentuellen Ausmaß auf 61.451 erhöht, dann hätten wir jetzt eine Inzidenz von 693,98 bei einer Prozentzahl der positiven Fälle an allen Tests von 0.82%! Misst man also die absoluten Tests an der Gesamtbevölkerungszahl, dann hätte bereits im Februar eine Inzidenz von etwa 18 vorgelegen. Damit lassen sich keinerlei Maßnahmen mehr rechtfertigen.

Absurd: Hat Deutschland wirklich mehr Fälle als die USA?

Somit entpuppen sich auch die Schreckensszenarien aus den USA als absurd, die seltsamerweise jetzt, wo Präsident Trump unter sonderbaren Bedingungen abgewählt worden ist, kaum noch Erwähnung finden. Rein zahlenmäßig aber leben in den USA 320 Millionen Menschen. Bei durchschnittlich 55.000 neuen Fällen täglich sind das hochgerechnet 5.818 Fälle, Deutschland verfügt über 82 Millionen Einwohner und etwa 10.000 neue Fälle täglich, was 8.200 Fälle ergibt. Damit hätte die Bundesrepublik etwa ein Drittel mehr Fälle als die USA, aus der uns jedoch die Mär vom großen Sterben erzählt wird.