Jörg Ballsieper liebt Oberösterreich: 2014 zog er vom deutschen Wolfsburg erst ins niederösterreichische Krems, wechselte dann mit Frau und Sohn auf das Land nach Natternbach. „Wir sind hier sehr gut aufgenommen worden“, berichtet er dem „Wochenblick“ stolz.

Der langjährige und leidenschaftliche LKW-Fahrer liebt seinen Beruf, trotz vieler Schicksalsschläge die er verkraften musste. Doch am Abend des 14. Dezember 2015 geschah auf der A1 bei Laakirchen – Ballsieper fuhr gerade unter einer Fußgängerbrücke hindurch – das Unglaubliche. Aus dem nichts ertönte kurz vor 19:45 Uhr zweimal ein lauter Knall. „Ich bin auf den Pannenstreifen gefahren und habe die Polizei angerufen.“

Nicht das erste Schuss-Opfer

Nach einer halben bis dreiviertel Stunde kamen sie aus Seewalchen auf der entgegengesetzten Autobahn mit Blaulicht an“, erzählt er. Eine Polizistin habe ihm erklärt, so Ballsieper, dass er bereits „Opfer 3 oder 4“ sei. Auf Nachfrage vom „Wochenblick“ konnte die Landespolizeidirektion OÖ keine konkrete Zahl zu Schuss-Attacken auf LKWs nennen: „Wir führen keine Statistik.“ Der Täter vom 14. Dezember ließ sich bis heute nicht finden.

Sogar psychologische Behandlung war nötig!

Ballsieper jedoch ließ der Fall nicht mehr los, ab jetzt fuhr die Angst mit – er konnte kaum schlafen, musste in psychologische Behandlung. Sein Arbeitgeber habe ihm wenig später gekündigt. Doch Anfang diesen Jahres kam ein neuer Schicksalsschlag hinzu: Ein achtloser Gabelstapelfahrer raste im Chemiepark Linz in Ballsiepers LKW: „Dabei sind das Kreuz und das Steißbein zertrümmert worden.“ Im Spital sei er mangelhaft untersucht worden, immer wieder hat er durch den Unfall mit Lähmungen zu kämpfen. Das habe ihn auch seine neue Festanstellung gekostet. Doch Ballsieper gibt nicht auf, bleibt trotz vieler Spital-Besuche tapfer. Es scheint, als könne ihn nichts und niemand unterkriegen.

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