Heute, Dienstag, findet im oberösterreichischen Weyregg am Attersee die Disziplinarverhandlung der Mut-Polizistin Birgit Pühringer statt. Die Polizeibeamtin und vierfache Mutter muss heute um 14:00 Uhr vor die Disziplinarkommission treten, da ihr vorgeworfen wird, sie hätte „öffentlich zum Widerstand aufgerufen“.

Im Vorjahr hatte sich Frau Pühringer in einem Video und im Zuge einer Rede bei der Demonstration in Wien (am 26. Oktober 2020) an ihre Kollegenschaft gewandt und dazu aufgefordert, den Eid auf die österreichische Verfassung nicht zu vergessen und die Corona-Maßnahmen kritisch zu hinterfragen (Wochenblick berichtete). Sie forderte bei besagter Demo auch die Demonstranten dazu auf, Verständnis für die amtshandelnden Kollegen zu zeigen. Deeskalation ist für die Polizistin mit über 20 Jahren Berufserfahrung der Schlüssel in Situationen, wie wir sie seit Corona bei Bürgerprotesten vorfinden.

Ausgang der Verhandlung ungewiss

Offenbar sehen manche in diesem Appell eine „Schädigung des Ansehens der Polizei“. Der Ausgang der heutigen Verhandlung ist ungewiss. Von einer schriftlichen Ermahnung über eine Suspendierung bis hin zu einer Entlassung ist alles denkbar, meinte Pühringer heute früh in einem Statement gegenüber dem Wochenblick.

Für die Zukunft der Kinder

Auf die Frage, was sie antreibt, sich in die Öffentlichkeit zu stellen und auch die massiven medialen Anfeindungen auf sich zu nehmen, meint die sympathische Beamtin nur: „Wenn wir jetzt nicht für die Zukunft unserer Kinder und die Grundrechte an sich aufstehen, ist es vielleicht bald zu spät.“

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