Eine besonders schlimme Form der „Dominanzkriminalität“ (Wochenblick berichtete) fand über einen längeren Zeitraum im britischen Birmingham statt. Eine Gruppe junger Männer mit arabischen Namen lockte mehrfach Homosexuelle zu einem „Date“. Dort misshandelten und erniedrigten sie ihre Opfer aufs Brutalste und beraubten sie auch noch. Die Übergriffe waren gezielt schwulenfeindlich und rassistisch motiviert. Die Täter wurden nun zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Ein Bericht von Kornelia Kirchweger

Keine Spur von Reue

Vier Fälle wurden angezeigt, die Dunkelziffer dürfte höher sein, vermutet die Polizei. Die Mitglieder der Gang seien angeblich 18 Jahre alt. Britische Zeitungen veröffentlichten ihre Namen und Fotos. Alle drei gaben zu, diese Taten gemeinsam geplant zu haben, ein vierter wurde freigelassen. In zwei Fällen gab es 13 Jahre Haftstrafe, in einem Fall 11 Jahre. Die Täter zeigten keine Spur von Reue. Die brutalen Übergriffen fanden heuer zwischen Jänner und März statt. Die vier Opfer sind schwer traumatisiert mit unabsehbaren Folgen.

…sie urinierten auf uns

Die Gang kontaktierte ihre Opfer über ein Fake-Profil auf einer Dating-Plattform. Was diese dann stundenlang durchmachen mussten, schilderten sie vor Gericht. Wie wurden mit Waffen, wie einem Jagdmesser, Schraubenzieher und einer Eisenstange bedroht. Man werde uns die Augen ausstechen, hieß es. Sie seien an Händen und Füßen gefesselt, mit einer Socke geknebelt und bespuckt worden. Die Gewalttäter urinierten auf sie. Einem zogen sie die Hose hinunter und filmten seine Genitalien, begleitet von abschätzigen Kommentaren. Einer wurde mit der Eisenstange verletzt. Als weitere „Demütigungsmaßnahme“ mussten sie durch Hundeexkremente gehen.

Offener Rassismus gegen „weiße Männer“

Einem der Opfer wurde gesagt, er verdiene es verprügelt und beraubt zu werden, weil er „ein weißer Mann sei“, der verantwortlich für den Anschlag auf Muslime in Neuseeland sei. Einem anderen Opfer wurde angedroht, sein Kopf werde in ein Pädophilen-Video montiert. Unter Drohungen händigten die Opfer ihren Peinigern Schlüssel, Kreditkarten, Geldbörsen und Pin-Codes aus. Ein Konto wurde leergeräumt, aus der Wohnung eines der Opfer wurden Kleider und Handys gestohlen.