In den vergangenen Monaten hatte man den Eindruck, die gesamte westliche Welt würde den US-Präsidenten wählen. Dabei ist es im nüchternen Realitäts-Check so, dass wir mit unseren eigenen Regierungen genügend Probleme haben. Inwiefern beeinflusst ein US-Präsident unser Leben wirklich? Weshalb denken Abermillionen Menschen, die nie in ihrem Leben in den USA waren, Spezialisten für die dortige Politik zu sein? Weshalb wird über den US-Präsidenten mehr diskutiert als über die ständigen Verfassungsbrüche in unseren eigenen Ländern?

Kommentar von Willi Huber

Viele Mitbürger, auch auf der konservativen Seite, waren schon im Wahlkampf 2016 davon überzeugt, dass Donald Trump ein dummer Mensch wäre, dessen Streben und Handlungen sich als schlecht für die Welt erweisen würden. Dieses vermeintliche Wissen beruhte auf teuren und intensiven Kampagnen, welche weltweit über linksgerichtete Medien gespielt wurden. Es gab zu jenem Zeitpunkt kaum jemanden, der objektiv über diesen Mann berichtete – und auch kaum jemanden, der im privaten Gespräch Partei für ihn ergriff. Man musste schon sehr interessiert an der US Politik sein, um sich im Internet oder gar im persönlichen Gespräch mit US-Bürgern Informationen aus erster Hand zu holen. Wer diesen Aufwand auf sich nahm anstelle öffentlich-rechtlichen und „gut geförderten“ Medienhäusern blind zu vertrauen, erlebte möglicherweise eine Überraschung. Denn Trump ist ein Mann, der die Herzen der Menschen erobern konnte – vor allem der einfachen Menschen und der so genannten farbigen US-Bürger.

Die Sprache Trumps, die so häufig absichtlich falsch übersetzt wird, ist die Sprache eines Mannes, der die USA versteht und von vielen Menschen der USA verstanden wird. Auch wenn wir glauben, dieses Land aus tausenden TV-Serien zu kennen, wir wissen nichts darüber wie die Menschen dort wirklich ticken. Wir wissen nicht, wie sie leben, wonach sie streben und welche Mentalität dahinterliegt. Trump weiß es und seine Sprache passt genau dazu, denn er ist in diesem Land aufgewachsen und hat so ziemlich jeden Misserfolg und Erfolg ausgekostet, den man sich in den USA nur denken kann. Wer sich die Mühe macht und alte Interviews mit ihm ausgräbt, wird staunen. Denn Trump hat seine Meinung nie verändert, seinen Weg nie verlassen. Er ist einer der geradlinigsten Politiker der Welt – und darüber hinaus ein guter Geschäftsmann. Es gibt zahllose Geschichten über mildtätige Handlungen und sein gutes Herz – und fragt man in den USA nach, dann kommt man zur Gewissheit, dass es sich nicht nur um Gerüchte handelt. Der Wochenblick hat sich immer wieder darum bemüht, Reden von Trumps sauber übersetzt zu präsentieren, während man in etablierten Medien lieber über ihn lästerte.

Trump muss Europäern nicht gefallen. Er muss uns nicht nach dem Mund reden, unsere Werte vertreten oder gar unsere Ziele verfolgen. Er muss all dies nur für die Bürger der USA – und das hat er konsequent getan. Ab seinem ersten Tag galt das Motto „America first“ (Amerika zuerst), der Slogan seines ersten Wahlkampfs war „Make America Great Again“ (Lasst uns Amerika wieder großartig machen). Dabei ist Trump im Gegensatz zu so ziemlich allen Präsidenten vor ihm kein Kriegstreiber gewesen. Friedensnobelpreisträger Obama hat Kriege und Tötungen befohlen wie schon lange kein Präsident vor ihm. Aber er und seine Hintermänner kontrollierten die Medien, deshalb wurde das als „gut“ dargestellt. Seine Hautfarbe half dabei, denn was ein armer unterdrückter Schwarzer macht, muss für viele entsprechend indoktrinierte Menschen ja automatisch „gut“ sein, egal wie viele Bomben fallen. Wenn Trump vom Frieden sprach, davon dass die USA sich aus fremden Konflikten zurückzieht, blickten linke Medien weg. Sie logen, sprachen über Trumps Gesundheit oder berichteten einfach nicht.

Joe Biden, der „beste“ Gegenkandidat den die vereinigten Linken bis Linksextremen aufbringen konnten, sollte bei näherer Betrachtung Mitleid bis Abscheu erregen. Der Mann wirkt nicht nur vom Alter in einem Maß gezeichnet, welches an eine geregelte Amtsführung nicht denken lässt. Zahlreiche Skandale, laut Kommentatoren bis hin zu behaupteter Korruption und Verrat am eigenen Land, schwimmen in seinem Fahrwasser. Knapp vor der Wahl entschlossen sich alle sozialen Medien, substanzielle Kritik an Biden verschwinden zu lassen – und die Kritiker gleich mit. Dabei ist seine Vorliebe, fremde Frauen und Kinder zu begrabschen oder an ihnen zu schnüffeln noch die harmloseste Eigenschaft. Die letzten dieser Skandale tauchten auf, als sein Sohn Hunter Biden seinen Laptop zur Reparatur gab aber nie abholte. Nach 90 Tagen ging das Gerät in den Besitz des Reparaturunternehmens über. Der IT-Techniker sichtete die Bilder auf diesem Laptop und erstattete Anzeige. In den meisten Medien wurde der Skandal als „Fake“ behandelt, doch tatsächlich hatte der Anwalt Bidens den Laptop zurückgefordert und damit zugegeben, dass es sich tatsächlich um sein Gerät handelte.

Was befand sich auf diesem Hunter-Biden-Laptop? Das mit dem hochintelligenten Passwort „Hunter02“ gesicherte Gerät beinhaltete eine umfangreiche Dokumentation zum Drogen- und Sexleben des Politikersprösslings. Das dürfte man seinem Vater nicht anlasten. Doch darauf waren auch Auslandsgeschäfte der Bidens abgespeichert, die von manchen Kommentatoren als kriminell bezeichnet wurden, bevor man sie zensierte. Diese Geschäfte betrafen die Ukraine und China in einem Ausmaß, der freundlich ausgelegt als korrupt, weniger freundlich als verräterisch bezeichnet werden könnte, falls das FBI die entsprechenden Untersuchungen je abschließt und nicht aus politischen Gründen versanden lässt. Joe Biden war von 2009 bis zur Amtsübernahme Trumps in 2017 Vizepräsident. In diese Zeit fallen dubiose Treffen und Milliardendeals mit Mächten, die den USA nicht zwingend freundschaftlich gesonnen sind. In Europa kam davon kaum etwas an – Biden wäre der Star der vereinigten Linken. Punkt. Dass dieser Mann aufgrund seiner Vergangenheit deutlich erpressbarer ist als Trump, dürfte so manche Hintermänner geradezu entzücken.

Viele stellten unterdessen die Frage, was uns die Wahlen in den USA überhaupt angehen. Die militärische aber vor allem wirtschaftliche Weltmacht gibt selbstverständlich in vielen Dingen den Takt vor. Dass dieser aber nur in Bruchteilen vom Präsidenten bestimmt wird, zeigten die letzten vier Amtsjahre Donald Trumps, der sich so einiges an Hass und Häme gefallen lassen musste. Speziell die so genannte „Big Tech“ (Facebook, Twitter usw.) haben sich ersichtlich gegen ihn verschworen, seine Anhänger zu Hunderttausenden zensiert und gesperrt. Solche Einschränkungen hat die Gegenseite nicht zu befürchten. Diese ungeheuerliche Missachtung der Meinungsfreiheit, speziell in einem Land, das durch die Freiheit seiner Bürger zur Weltmacht wurde, beeinflusst uns in Europa am meisten. Denn all die technischen Spielzeuge zur Kommunikation und zum Geschäfte machen sind in gefährlichem Ausmaß mit unseren Leben verschränkt. Dass speziell Facebook keinerlei Interesse an Meinungsfreiheit und politischer Vielfalt verspürt, haben viele von uns persönlich miterlebt. Mit diesen Medien, welche vielleicht mehr Macht – in jedem Fall aber deutlich mehr Geld – angehäuft haben wie unsere traditionellen Medienhäuser, lassen sich Regierungen stürzen, Gesetze fordern oder abschaffen und Volkswirtschaften in andere Richtungen lenken.

Die Wahl des US-Präsidenten beeinflusst die Welt also nicht nur in der Hinsicht militärischer Dominanz. Denn selbstverständlich hatte schon lange kein europäisches Land mehr die Macht und die Ressourcen, sich dem mächtigen Willen der USA entgegenzustellen. Unterliegt Trump, werden sehr wahrscheinlich globalistische Agenden und erzwungener Multikulturalismus in nie zuvor gekanntem Ausmaß verwirklicht. Von der Meinungsfreiheit wird man sich im Westen verabschieden können. Und schlimmstenfalls spült es die Kriegstreiber wieder nach oben, denen es ein großes Anliegen zu sein scheint, die Nationen Europas in einen blutigen Krieg gegen Russland zu verheizen. Diese Agenda hat Trump nie befeuert, er ist ein Mann des Verhandlungstisches der Konflikte aller Art lieber mit Worten anstelle mit Soldaten löste. Der Ausgang der Wahl könnte, wie von vielen befürchtet, tatsächlich eine Schicksalsentscheidung für die ganze Welt sein. Doch man darf auch nie vergessen, weshalb das so ist. Ein starkes Europa mit starken, selbstbewussten Nationen könnte seine eigene Politik machen. Doch die Entwicklung der letzten Jahrzehnte ging in die Gegenrichtung und machte uns zum Spielball der Mächtigen rundum.