Der Liberale Klub Oberösterreich lud am Mittwoch den weithin bekannten Finanzexperten Dr. Markus Krall zu einem Vortrag mit anschließender Podiumsdiskussion. Seine Rede war alarmierend, aufwühlend und provokativ zugleich. Neben einer für den Laien gut nachvollziehbaren Erklärung, dass die aktuelle Geldpolitik zu einem großen Crash führen müsse, präsentierte er nachvollziehbare Möglichkeiten zum Gegensteuern. Doch er stellte auch fest: „Wir“ werden die Dinge nicht mehr ändern können.

Der Crash kommt. Das ist für Dr. Markus Krall, der viele Jahren in führenden Finanzunternehmen mit dem Risikomanagement betraut war, sicher. Dazu präsentierte er eindrucksvoll ein Diagramm zur Geldschöpfung der Europäischen Zentralbank. Die Kurve darauf verläuft seit ihrer Gründung exponentiell, das bedeutet dass die Geldmenge immer schneller in völlig unbegreifbare Dimensionen anwächst. An der heutigen Situation wäre einmalig, dass die zu erwartende Hyperinflation nicht regional beschränkt, sondern ein internationales Ereignis sein wird. Schlimmstenfalls wären Zustände wie in Venezuela zu erwarten.

Der Wirtschaftswissenschaftler und Autor sieht aber gerade jetzt, inmitten der Krise, die beste Zeit gekommen, um das bestehende System in seinen Stärken und Schwächen zu analysieren um daraus für zukünftige Wirtschaftssysteme zu lernen. Dabei geht es nicht um trockene Zahlen, sondern im Grunde genommen um Gesellschaftspolitik. Im Mittelpunkt stehen für Dr. Krall der freie Mensch, der in weltanschaulich als konservativ geltenden Werten wie Familie verwurzelt ist. Er rät dazu, viele der zu monströsen Gebilden gewordenen Bürokratien und Verwaltungen massiv zu reduzieren. Das beginnt beim unüberschaubaren Dschungel an Gesetzen und Verordnungen, welcher das freie Leben lähmt. Davon wären sicher 90 Prozent einzusparen. Von der Verwaltung des Gesundheitssystems über Behörden bis hin zu den meisten Ministerien hätten viele Einrichtungen keinen wirklichen gesellschaftlichen Nutzen.

Inmitten der Corona Krise, die mit peniblen Maßnahmen während der gesamten Veranstaltung deutlich präsent war, überraschte Dr. Krall mit einigen kontroversiellen Aussagen zur angeblichen Pandemie. So bezeichnete er die Corona-Statistiken als politische Statistiken. Gemeldete Fall- und Todesraten wären politisch motiviert. Je ärmer die Länder, desto größer wäre angeblich die Sterblichkeitsrate, obwohl das Virus sich statistisch in jedem Land ungefähr gleich verhalten müsse. Auch dies führe zu einer Explosion der Geldmengen. Corona würde diese unvermeidliche Krise vielleicht etwas beschleunigen.

In der Podiumsdiskussion stellten sich neben Dr. Krall auch Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Manfred Haimbuchner (FPÖ), der ehemalige Generaldirektor der Sparkasse OÖ, KommR. Dr. Michael Rockenschaub und Univ.-Prof. Dr. Teodoro Cocca den Fragen des Publikums. Haimbuchner erklärte bei einem sehr sympathischen  Auftritt, dass er sich im Gegensatz zu Politikern anderer Parteien nicht für einen „Experten für eh alles“ halte und überall Fachwissen vortäuschen müsse. Deshalb freue er sich – sinngemäß –  besonders über Vorträge, welche komplexe Sachverhalte einfach und nachvollziehbar darstellen. In Kralls vorgeschlagenen Lösungsansätzen finde er auch einige seiner eigenen Standpunkte und unverzichtbaren Werte wieder.

Das neueste Buch „Die bürgerliche Revolution“ von Markus Krall war bereits vor der Veranstaltung ausverkauft.

Wochenblick-Redaktionsleiterin Elsa Mittmannsgruber führte im Vorfeld der Veranstaltung auch ein umfangreiches Exklusivinterview mit Dr. Krall, das in den nächsten Wochen in unseren Print- und Online-Ausgaben erscheinen wird.

Bereits im Juni dieses Jahres führten wir mit Dr. Krall ein Interview, in dem er erklärte, wer bei der kommenden Weltwirtschaftskrise die Gewinner und Verlierer sein werden.