Samet A., jener „Austro-Türke“ der im Oktober des Vorjahres in Kottingbrunn (Bezirk Baden) seine Familie mit einem Messer ausgelöscht hatte, will bei der Wahnsinnstat Stimmen gehört haben. Der 31-jährige gab das am Donnerstag bei einer Tatrekonstruktion laut seinem Verteidiger, dem Top-Anwalt Wolfgang Blaschitz an.

Blaschitz hatte bereits Anfang November Zweifel an der Schuldfähigkeit seines Mandanten geäußert. Der Anwalt sprach davon, dass sich bei seinem Mandanten eine „Schizophrenie“ herausgebildet habe.

Kann sich an die Tat erinnern

Während der mutmaßliche Täter, für den die Unschuldsvermutung gilt, bei einer ersten Einvernahme der Exekutive zufolge geständig war, sagte er nun, „er könnte seine Frau nie umbringen und könnte schon gar nicht die Kinder umbringen“, betonte Blaschitz, der aber einräumen musste, es gebe aber Indizien, dass es so gewesen sein müsse. Erinnerungen an die Tat gebe es bei seinem Mandanten durchaus, „er meint aber, dass er keine Absicht gehabt hat, der Frau wehzutun oder sie zu töten“, gab Blaschitz weiter zu Protokoll. Gehandelt haben will der Mann mit rürkischen Wurzeln instinkt- und impulsgesteuert.

Brisant: Nach einem Angriff auf einen Mithäftling in der Justizanstalt Wiener Neustadt wurde der 31-Jährige nach Wien verlegt. Die in diesem Zusammenhang eingebrachte Anzeige wegen Körperverletzung sei nun Bestandteil des Ermittlungsverfahrens.