Wer am Samstag bei der Freiheitsdemonstration am gegen die Corona-Politik der Regierung dabei war, kann sich über die Berichterstattung der regierungstreuen Medien nur wundern. Wieder werden die bunten und vielseitigen Umzüge, die am Samstag Wiens Straßen dominierten, zu „rechtsextremen Aufmärschen“ deklariert. Vollkommen fern jeder Realität wird von einem angeblichen Sturm auf ein Versicherungsgebäude phantasiert. Wir waren vor Ort und können bestätigen: Die Darstellung ist vollkommen aus der Luft gegriffen.

Bilder aus Wärmebildkameras des Polizeihubschraubers, die offenbar dem ORF sowie der Kronenzeitung zugespielt wurden sollen belegen: Am Samstag stürmten wütende Demonstranten das Gebäude der Wiener Städtischen am Donaukanal. Aus der Vogelperspektive der Wärmebildkamera sieht es tatsächlich so aus, als würden die Demonstranten ins innere des Gebäudes stürmen. Dabei hätten sie einen Wachmann verletzt. Zeugen bestätigen: Das stimmt so nicht!

Es war der Innenhof

Was jedoch auf den Bildern nicht so gut zu erkennen ist: Die Demonstranten drangen lediglich in den Innenhof des Gebäudes. Auf dieser Google-Maps-Ansicht ist das Eingangstor zum Innenhof der „Wiener Städtischen“ zu erkennen: Hier flüchteten die Demonstranten hinein – nachdem sie eine Stunde von der Polizei eingekesselt wurden.

Friedliche Stimmung, Musik, „Kurz muss weg“

Medien sowie ÖVP behaupten, es hätte „Sieg Heil“-Rufe gegeben, die Stimmung sei von Gewalt getragen gewesen. Wir waren dabei: Alles trug sich im Anschluss der Kundgebung im Wiener Prater zu. Mehrere hundert Demonstranten zogen daraufhin über die Obere Donaustraße zurück zu ihren Autos, die sie weiter außerhalb der Stadt und in Parkgaragen abgestellt hatten. Sie befanden sich auf dem Heimweg. Die Stimmung war friedlich und ausgeglichen. Aus mitgebrachten Boxen ertönte fröhliche Protestmusik, gelegentlich riefen vereinzelte Personen noch: „Kurz muss weg“ im Chor. Antisemitismus, Wiederbetätigung und sonstiger Nazismus war für uns nicht wahrnehmbar.

Polizei begann zu kesseln

Kurz vor 18 Uhr bemerkten wir, wie die Polizei zunehmend begann, die Seitengassen, sowie die Brücken Richtung Innenstadt abzusperren. Immer stärker zeichnete sich ab, dass die Polizei uns bald einkesseln würde. Gegen 18 Uhr war es dann auch so weit. Auf der Oberen Donaustraße sperrte die Polizei die früheren Demonstrationsteilnehmer im Bereich zwischen Schottenring und Augartenbrücke ein, indem die Polizisten „Ketten“ an den Kreuzungen bildeten. Von da an gab es kein vor und kein zurück mehr.

Pfefferspray: Ohne ersichtlichen Grund

Schon erreichten uns Berichte aus der ersten Reihe: Die Polizei habe Reizgas – andere sprachen von Pfefferspray – gegen die Demonstranten eingesetzt. Ohne Grund, wie sämtliche Augenzeugen versicherten. Auch für uns war kein Grund, kein gewalttätiges Verhalten seitens der Bürger zu vernehmen.

Wir sprachen mit einem Mann, der Opfer der Attacke wurde:

 

Anwesende versorgten die durch die Reizgas-Attacken verletzten Bürger mithilfe von Mineralwasser und Taschentüchern. Durch das Abspielen von Songs wie „I am from Austria“ versuchten sich die Eingekesselten gegenseitig zu beruhigen. Die Zeit verging und es gab kein Weiterkommen. Immer enger wurde es im Kessel, die Polizei drängte die hunderten von Personen immer enger zusammen. Fluchtmöglichkeiten gab es augenscheinlich keine.

Harrten in Kälte unter Durst und Harndrang aus

Die Sonne, die am Nachmittag noch Wärme spendete, war bereits untergegangen, es wurde kühler, immer mehr Teilnehmer klagten über Harndrang, Hunger und Durst. Seit nunmehr einer Stunde befanden wir uns im Kessel. Die Menge wurde immer unruhiger. Es waren Kinder, Frauen und auch Menschen im Rollstuhl anwesend. Die Menschen wurden sichtlich besorgter, da sie nicht wussten, wie ihnen geschieht. „Warum lasst ihr uns nicht gehen?“, fragten sie immer und immer wieder die Polizeibeamten. Diese konnten oder wollten darauf keine Antwort geben und weigerten sich auch auf mehrmalige Nachfrage, die Dienstnummer des Einsatzleiters preiszugeben. Es war offensichtlich: Die Polizei führte die Eskalation gezielt herbei. Irgendwann mussten die Menschen „unrund“ werden, da sie in eisiger Kälte verharren mussten und ihren menschlichen Grundbedürfnissen nicht nachgehen konnten.

WOCHENBLICK wurde von Polizisten angerempelt

Plötzlich bewegte sich die Menge in Richtung des besagten Versicherungsgebäudes. Das Tor zum Innenhof war plötzlich offen.

Wir filmten die Situation und wurden dabei auch mehrfach von Polizisten gerempelt:

Wir beobachteten auch, wie jemand von drei Polizisten brutal zu Boden gerissen wurde und niedergeschlagen.

Konnten keine Gewalt seitens der Bürger beobachten

Heute berichten Medien, dass bei dem Vorfall ein Sicherheitsdienst-Mitarbeiter der Versicherung von Demonstranten schwer verletzt worden sei. Dass Flaschen und Steine geworfen worden seien. Das können wir nicht bestätigen. Gewalttätiges Verhalten seitens der Demonstranten war unsererseits nicht zu beobachten.

Auf Gewalt schien vor allem die Polizei zu setzen. Sie begann ohne ersichtlichen Grund zu kesseln und ging unverhohlen mit Pfefferspray auf die erste Reihe des durch die Kesselung entstandenen Pulks an Menschen los. Sie rückte mit Polizeihunden aus und kesselte die Menschen so lange ein, bis sie in ihrer Verzweiflung zum Teil versuchen sollten, aus der Situation, dem Kessel auszubrechen, um endlich nicht mehr frieren zu müssen, um endlich urinieren zu können.

Augenzeuge schildert: Wachmann kam durch Polizei zu Sturz!

Ein Augenzeuge schildert, dass der Wachmann von sich aus das Tor geöffnet habe, um den Bürgern nach dem langen Ausharren in der Kälte ihre Freiheit zu ermöglichen: „Ich war live dabei, der Wachmann hat von sich aus das Tor geöffnet damit wir über die Tiefgarage zum Notausgang können. Pfefferspray war in der Luft und Panik. Als wir Schutz gesucht haben ist die Polizei in großer Zahl nachgestürmt auch mit Hunden und in diesen Tumult ist der Wachmann gestürzt. Fordern Sie bitte die ganze Aufzeichnung der Video Aufnahmen an. Oder befragen Sie den Wachmann, er ist durch die Polizei zu Sturz gekommen. Habe es selbst gesehen und einige die neben mir waren auch.“

Der Mann fühlt sich von den Medien verunglimpft und schildert, wie sich die Situation wirklich zugetragen hat:
„Die Medien berichten davon, dass wir aggressiv gegenüber der Polizei waren und Gegenstände geworfen wurden, das stimmt überhaupt nicht. Wir wurden eingekesselt und die Polizei ging immer enger zusammen, sodass irgendwann kein Platz mehr war. Wir haben alle Anzeigen bekommen da der Mindestabstand nicht eingehalten wurde usw… wir haben friedlich gesungen und wollten aus dem Kessel raus da ja jeder nachhause wollte bzw. zu seinem Fahrzeug. Plötzlich begann die Polizei Pfefferspray willkürlich auf uns zu sprühen und so begann eine Panik unter den Leuten und jeder ist irgendwo hingelaufen und anscheinend wurde dann wer verletzt wie man hört. Man hat plötzlich nichts mehr gesehen und keine Luft bekommen, das war ein sinnloses Vorgehen der Polizei und hat zur Eskalation geführt, damit die Medien wieder ihre Bilder bekommt die sie brauchen. Jetzt bekommen wir jeweils mehrere Anzeigen aufgebrummt obwohl die Polizei willkürlich agiert hat. Ich hoffe das hat ein Nachspiel.“

Die Polizei beim Schreiben von Anzeigen:

Insgesamt wurden laut Bekanntgabe der Polizei rund 3.000 Anzeigen ausgestellt. Auch wir erhielten eine Anzeigen wegen eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und werden diese selbstverständlich beeinspruchen.

Abstand halten von Polizei verunmöglicht

Es war ein absurdes Spektakel, denn die „Veranstaltung“ bildete sich vorwiegend durch die die Menschen zusammendrängende Einkesselung der Polizei. Die Nichteinhaltung der Abstandregeln ergab sich ebenso durch das Zusammengedrängtwerden durch die Polizei. Je später es wurde, desto weniger war es den Teilnehmern möglich, den Abstand angesichts der Kesselbildung zu wahren.