Gegen Blackouts sind oberösterreichische Haushalte noch immer nicht in ausreichender Zahl gerüstet, befürchtet Johann Lindner vom oberösterreichischen Zivilschutzverband und rät dringend zur Vorsorge wenigstens für zehn Tage. In dieser Hinsicht gäbe es noch viel Luft nach oben.

Von Kurt Guggenbichler

„Es wäre schon optimal, wenn wenigstens zwei Drittel aller Haushalte gut vorgesorgt hätten, denn das restliche Drittel könnten wir mitschleppen“, betont Lindner, der auch immer wieder Fragen von Anrufern beantworten muss, wann denn ein Blackout zu erwarten sei.
Das könne natürlich niemand sagen, auch nicht in welcher Größenordnung und Intensität, doch erst Anfang Jänner sei unser Land hart an einem Blackout vorbeigeschrammt.
„Es braucht auch nicht viel, um im Fall des Falles die ersten Tage über die Runden zu kommen“, weiß Lindner, dessen Zivilschutzverband eine Notfallbox und einen Vorratskoffer als Grundausstattung offeriert.
Der Vorratskoffer ist nach Gutdünken und Vorlieben mit Grundnahrungsmitteln zu befüllen, und die Notfallbox enthält die wichtigsten Dinge, die notwendig sind, um bei einem totalen Stromausfall nicht völlig hilflos zu sein.

Notkochstelle sollte jeder haben

Wichtig ist es, nach den Worten des Zivilschutzexperten, eine mit Batterien betriebene LED-Notbeleuchtung zu haben. Dann könne man auf Kerzen verzichten, weil die Brandgefahr durch offenes Feuer schon immens hoch sei. Und wen ruft man, wenn alles in Flammen steht und das Handy nicht geht? Auch einen kleinen Ersatzherd, eine Notkochstelle, die mit einer Brennpaste betrieben wird, sollte jeder zu Hause haben. Die Brennpaste sei fast geruchlos und sicherer als Feuer oder Gas, weshalb sie vor allem von Frauen bevorzugt werde, erläutert Lindner, der auch für das Toilettenproblem eine Lösung anbieten kann.

Da auch Spülungen bei einem Blackout nicht funktionierten, hält der Zivilschutzverband eine Box mit schwarzen Beuteln bereit, die nur noch in die Toilettenmuscheln gehängt werden müssen, zum Auffangen der Ausscheidungen. Dieser Beutel sei dann ganz leicht in einem Loch im Garten oder in der Biotonne zu entsorgen.

Den gebunkerten Lebensmittelvorrat sollte man auch von Zeit zu Zeit verkochen und erneuern, spätestens jedoch nach einem Jahr, sagt Lindner. Der Stichtag könnte der Zivilschutztag am 1. Oktober sein, der leicht zu merken ist. Aus den eingekauften Grundnahrungsmitteln für den Notfall sollten sich auch verschiedene Speisen herstellen lassen.

Rezeptbuch für den Katastrophenfall

Auf drei warme Mahlzeiten pro Tag oder Fünf-Gänge-Menüs wird man in Notzeiten wohl verzichten müssen, sagt ein schmunzelnder Lindner, viel eher dürfte Blackout-Cooking angesagt sein. Wie „Kochen im Katastrophenfall“ geht, und zwar „mit einfachen Mitteln und ohne Strom“, ist in einer Broschüre des Zivilschutzverbandes nachzulesen, in denen Grillstaatsmeister Peter Straka wertvolle Tipps und Hinweise gibt.