Verrückte Welt: Vor kurzem erst beleidigte die Gründerin von Fridays for Future, Greta Thunberg, Deutschland als den „größten Klimaschurken“ und die Bundesregierung lobte sie und ihre Klima-Anarcho-Kids dafür auch noch. Die Grüne Annalena Baerbock verbreitete im zurückliegenden Wahlkampf als „Klima-Kanzlerin“ keine Gaslieferungen aus Russland durch die jüngst fertiggestellte Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 zu erlauben, ohne auf die Versorgungssicherheit zu achten. So geben sich Weltuntergangsszenarien, Klimawende, Fridays for Future, die Grünen und ihre einseitige und ökosozialistische Weltsicht ein apokalyptisches Stelldichein. Dabei wissen die neuen Angstmacher ganz genau, dass die Versorgung mit erneuerbaren Energien auch auf lange Sicht nicht ausreichen wird. Vor allem die kommenden Jahre nicht.

  • Die ersten Gasversorger sind pleite.
  • Die Versorgungssicherheit ist nicht mehr gegeben.
  • Die Energieversorgung durch erneuerbare Energie ist mangelhaft.
  • Die Gaskrise wird politisch verschwiegen.
  • Aufgrund der erzwungenen Energiewende werden die Strompreise astronomisch steigen.

von Guido Grandt

Gasversorger gehen pleite

Die „Energie-Realität“ sieht ganz anders aus, wie die Klima-Apokalyptiker verbreiten. So musste in Deutschland bereits der erste Gasversorger wegen akuter Engpässe den Betrieb einstellen. Deshalb kündigte Energiepool seinen Kunden die Lieferverträge und stellte die bundesweite Belieferung von Erdgas vollständig ein. Schuld daran sind die drastisch gestiegenen Gaspreise. So verdreifachten sich in den letzten Monaten die Beschaffungspreise für Erdgas und für Strom am Terminmarkt. Solche für kurzfristige Beschaffung sogar um das Fünffache.

Auch in Großbritannien trieben die drastisch gestiegenen Gaspreise mehrere Billig-Gas-Anbieter in die Pleite. Dazu schrieb beispielsweise die Zeit: „Wegen Gasknappheit sieht sich Großbritannien gezwungen, seine Kohlekraftwerke wieder hochzufahren.“

Von wegen „Versorgungssicherheit“

Schon alleine das lässt aufhorchen. Dennoch verkündet die Bundesregierung weiterhin die Mär von der „hohen Versorgungssicherheit“ in Deutschland. Dementsprechende Engpässe werde es nach „derzeitigem Stand“ nicht geben.

Laut Statistischem Bundesamt allerdings entfielen im ersten Halbjahr 2021 rund 56 Prozent der Energieversorgung in Deutschland eben nicht auf erneuerbare Energien wie Bioenergie, Geothermie, Wasserkraft, Wind-, Sonnen- oder Meeresenergie, sondern auf fossile Energiequellen. Insbesondere auf Kohle und Gas – und natürlich auf die Kernenergie.

Fakt ist: Im laufenden Jahr wird Deutschland Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von annähernd 9.000 Megawatt (MW) endgültig abschalten. Bereits letztes Jahr verlor das Land auf diese Art und Weise 11.000 MW. Das führt zwangsläufig zu einem Anstieg der Gasverstromung, deshalb sind auch neue Gaskraftwerke „geplant.“

Mangelnde Versorgung durch erneuerbare Energien

Hinzu kommt, dass das erste Halbjahr 2021 so windschwach war, dass der Windstromertrag um über 20 Prozent einbrach. Insgesamt speisten Solar- und Windenergieanlagen gemeinsam nur 87,3 Terrawattstunden (TWh) in das öffentliche Netz ein. Im 1. Halbjahr 2020 waren das noch 102,9 TWh.

Dieser Verlust lag vor allem – wie bereits erwähnt – am Rückgang der Windkraft um mehr als ein Fünftel. Ausgeglichen konnte das nur durch mehr Gasverstromung. Wenn der gleiche kalte Winter, wie der letzte ansteht, wird der Gasverbrauch ebenfalls hoch sein. Hingegen stieg die Stromproduktion aus Braunkohle um 37,6 Prozent. Somit beißt sich sprichwörtlich die Katze in den Schwanz.

Die verschwiegene Gas-Krise

Letztlich liegt das Übel der aktuellen Gas-Krise vor allem an der propagierten „Energiewende“. Insbesondere dem Irrglauben, dass die Energieversorgung nur mit erneuerbaren Energien möglich sei, ohne Gas, Kohle, Öl und Kernkraft.

Mario Mehren, CEO von Wintershall Dea, Europas führendem unabhängigen Erdgas- und Erdölunternehmen mahnte eindringlich den gestiegenen Energieverbrauch an. Ebenso, dass erneuerbare Energien witterungsbedingt nicht immer zuverlässig liefern konnten. Der Rückzug aus der Kohleverstromung wäre nur durch Gas ermöglicht worden, dass in vielen Betrieben das Licht nicht ausgegangen sei.

Versorgungsunsicherheit und steigende Preise

Jüngste Pressemeldungen belegen dieses Dilemma. So stand bei Bloomberg zu lesen: „Europa fehlt es an Gas und Kohle, und wenn der Wind nicht weht, könnte das schlimmste Szenario eintreten: weit verbreitete Stromausfälle, die Unternehmen und Fabriken zur Schließung zwingen.“ Die Presse prognostizierte: „Dieser Winter wird teuer. Europas Gasspeicher sind kurz vor Beginn der Heizsaison so leer wie schon lange nicht. Und beinahe täglich klettern die Preise für Elektrizität und Erdgas an den Börsen auf neue Rekordwerte. Gas ist heute dreimal so teuer als zu Jahresbeginn. Und wer im Großhandel Strom kaufen will, muss mehr als das Doppelte zahlen als vor wenigen Monaten.“

Der italienische Umweltminister und Physiker Roberto Cingolani räumte ein: „Im letzten Quartal sind die Strompreise um 20 Prozent gestiegen, im nächsten werden sie um 40 Prozent steigen.“ Und selbst die Neue Zürcher Zeitung vermeldete, dass in der Schweiz die Sicherheit der eigenen Stromversorgung bald nicht mehr garantiert sei: „Ein Blackout wäre schlimmer als Corona – darum müssen wir über den Bau neuer Atomkraftwerke reden.

Schon jetzt katastrophale Zustände

Letztlich wird sich die Situation der Energieversorgung in Deutschland, in Europa dramatisch zuspitzen. Der Ausstieg aus Kohle und Öl, die erzwungene Abschaltung aller Atomkraftwerke (in Deutschland) und damit das „Kappen“ der herkömmlichen Energieträger, steht der exorbitant steigenden Stromnachfrage aufgrund der ebenfalls erzwungenen Umstellung auf Elektroautos und Wärmepumpen etc. entgegen.

Außerdem wird die „Klimaneutralität“ die Verbraucher sehr teuer zu stehen kommen, weil die Preise ins Uferlose steigen werden.

Gute Nacht, Deutschland. Gute Nacht, Europa.

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