Wochenblick sprach unlängst mit dem Initiator des Corona-Untersuchungsausschusses in Brandenburg, Lars Hünich. Dort lud die AfD-Fraktion vergangene Woche den umstrittenen Virologen Christian Drosten vor. Drei Stunden lang stand Drosten Rede und Antwort. Wie Journalist Max Kittan berichtet, erklärte Drosten, nie alarmistisch gewesen zu sein. Betont sachlich und vernünftig gab sich Drosten also im Untersuchungsausschuss: Für die „allermeisten Menschen“ sei Corona eine milde Erkrankung, gestand er ein.

Von Bernadette Conrads

  • In den Mainstream-Medien fand der U-Ausschuss kaum Beachtung
  • Drosten gestand ein, dass Ausrichtung auf CT-Werte zu grob sei
  • Verteidigte Maßnahmen der Regierung
  • SPD-Vorsitzender soll kritische Fragen an Drosten vereitelt haben
  • Drosten redete Kontakt zu Fauci trotz erwiesener E-Mail-Korrespondenz klein: „Ich weiß nicht, ob er mich kennt“

Die Mainstream-Medien berichteten nicht oder nur spärlich über den U-Ausschuss. Dabei sei dieser durchaus spannend gewesen, wie der Fraktionsführer der AfD im U-Ausschuss Lars Hünich laut Reitschuster.de erklärt: „Für uns war das absolut spannend, was wir gehört haben. Das muss man ehrlich sagen. Selbst er sagte, dass die Ausrichtung auf die CT-Werte ungenau bzw. viel zu grob wäre, dass es besser wäre, die Viruslast zum entscheidenden Faktor zu machen.“

Desinteresse bei CDU und Grünen

Hünich verstehe nicht, wieso die Politik in diesem Fall nicht auf Drosten hört: „Und da muss man dann irgendwann die Frage stellen: Warum wird das nicht umgesetzt? Allein diese Aussage von Drosten und diese Erkenntnis war in meinen Augen die Vorladung wert.“ Die Anhörung sei zirka drei Stunden gelaufen. Etwa 50-80 Fragen seien Drosten gestellt worden. Davon keine einzige seitens der CDU und der Grünen. Am meisten Interesse zeigte die AfD, sie soll etwa 90 Prozent der Fragen an Drosten gestellt haben.

Verteidigte Corona-Politik wegen Sterberate von 1%

Drosten gestand ein, dass die „allermeisten Menschen“ einen milden Verlauf hätten. Dennoch verteidigte er die Maßnahmen der Bundesregierung. Er berief sich dabei auf eine Corona-Sterberate von einem Prozent. Alarmistisch sei er nie gewesen, erklärte er im brandenburgischen Corona-Untersuchungsausschuss.

SPD stand Drosten bei

Doch die erhoffte „Bombe“ blieb aus, wie Reitschuster berichtet. Der SPD-Vorsitzende im U-Ausschuss Keller habe sich sehr bemüht gezeigt, „die Sache glimpflich für die Regierung ausfallen zu lassen“, berichtet Reitschuster in Berufung auf Rechtsanwältin Viviane Fischer.

Nur entfernt mit Fauci bekannt?

Auch Viviane Fischer, Rechtsanwältin und Anti-Corona-Politik-Aktivistin der ersten Stunde, wohnte dem Untersuchungsausschuss als Zuseherin bei. Sie gründete unter anderem mit Dr. Rainer Füllmich den eigenen, juristischen Corona-Ausschuss, in dem eine evidenzbasierte Aufarbeitung der deutschen Corona-Politik betrieben und Klagen geprüft werden. Sie berichtete gegenüber Kittan (Reitschuster), dass es „faszinierend“ sei, dass Drosten angab, nur entfernt mit US-Corona-Guru Anthony Fauci bekannt zu sein. Sein umfangreicher gemeinsamer E-Mail-Verkehr spreche gegen diese Aussage. Doch auf die Frage: „Wie gut kennen Sie Anthony Fauci von der US-Gesundheitsbehörde CDC?“, habe Drosten geantwortet: „Kaum. Ich weiß nicht, ob er mich kennt.“ 

Kittan interviewte Viviane Fischer und Lars Hünich zum U-Ausschuss:

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