Der deutsche Chef-Virologe und Wissenschafter Christian Drosten sieht bereits die nächsten Corona-Wellen im Anflug und warnt vor dem Herbst 2021.

Im aktuellen NDR-Info-Podcast „Coronavirus-Update“ warnt der deutsche Chef-Coronaloge Christan Drosten bereits die Bevölkerung, dass es so schnell nicht vorbei sein wird, mit dem Corona-Spuk. Auch wenn der Impfstoff bereits im Einsatz sei, werde es noch lange dauern, bis wieder Normalität einkehrt. Denn, so Drosten, hänge viel von der Verfügbarkeit der Impfungen ab, und da sei ein weiter Zeithorizont einzuplanen. „Es wird nicht so sein, dass bis Ende Januar ganz viele Leute in der Bevölkerung schon geimpft sind. Diese zeitlichen Vorstellungen werden so einfach nicht zu erfüllen sein. Wir müssen uns deswegen unbedingt mit der Realität befassen, dass wir mit nicht-pharmazeutischen Interventionen weiterarbeiten müssen“, erklärte er im Podcast. Zugleich befürchtet er, dass, sollten die Risikogruppen geimpft sein, es weitere gesellschaftliche Probleme geben werde – dann könne womöglich die „nicht-pharmazeutische Intervention“ nicht mehr gesellschaftlich vermittelt werden. Darunter ist nichts anderes zu verstehen, als die Beschränkung von Versammlungen, die Schließung von Arbeitsplätzen, die Schließung von Schulen und das Tragen von Masken.

Der Sommer der Riesenwelle

Wer also geglaubt hat, dass mit Sommer alles vorbei ist, der irrt. Denn in Drostens neuem Szenario droht bereits die nächste Welle. Spätestens, wenn im nächsten Jahr im Sommer die Wirtschaft wieder anläuft und auch Veranstaltungen nicht mehr verboten oder in der Teilnehmerzahl beschränkt werden können, wird man in eine Situation kommen, in der „die Infektionen in der Bevölkerung in einem große Maße laufen.“ Und spätestens wenn der sommerliche Temperaturen-Effekt nicht mehr zugute kommt und es auch keine Interventionsmaßnahmen mehr gibt, wird es zu einer Situation kommen „Das haben wir bis jetzt noch nicht erlebt“, erklärt Drosten unheilschwanger. Denn dann, so prophezeit er, wird es zum Ende des Sommers eine große Infektionszahl geben.

Junge Nicht-Risikopatienten auf Intensivstationen

Diese wird Kinder, deren Eltern und auch jüngere Erwachsene in einem sehr hohen Maße betreffen, also alles Personen, die keine Risiko-Patienten sind. Laut Drosten werden sie jedoch die Intensivstationen füllen. „Wir werden dann auf den Intensivstationen in Deutschland eine andere Art von Intensivpatient sehen. Nämlich diejenigen, die aus voller Gesundheit, vollkommen überraschend einen schweren Verlauf bekommen haben“, wie es Drosten zufolge schon jetzt in Einzelfällen vorkommen kann, „die wird es dann in großen Zahlen geben.“ Dann werden auch wieder neue pharmazeutische Ansätze notwendig werden, um diese schweren Erkrankungen bei Nicht-Risikopatienten zu behandeln. Geht es also nach Drosten, wird es mit der Pandemie so schnell nicht vorbei sein.