Ein milder Samstagabend im Juni in der Londoner Innenstadt: Unbeschwert genießen zahlreiche Menschen die Dämmerung. Plötzlich rast ein Lieferwagen mit 80 Stundenkilometern über den Bürgersteig der London Bridge reißt einen Fußgänger nach dem anderen in den Tod.

Kurz danach jagen die drei mit Messer bewaffneten Attentäter im beliebten Ausgehviertel „Borough Market“ Menschen wie Vieh durch die Straßen. Während sie auf eines der Opfer einstechen schreien sie: „Das ist für Allah!“. Erst die Polizei kann sie mit Schusswaffen niederstrecken und den Schreckensszenen ein Ende setzen. Beim Anschlag verloren sieben Menschen ihr Leben.

Videoüberwachung nutzlos gegen Terror

In einer der am besten videoüberwachten Metropolen der Welt konnten die Behörden live zusehen, wie sich das Szenario entwickelte. Wie ein Hilferuf erscheinen da die Zahlen, die der Inlandsgeheimdienst MI5 wenige Tage zuvor – nach dem Anschlag in Manchester – veröffentlichte: 23.000 Dschihadisten leben in Großbritannien. 3.000 davon seien als akute Gefährder eingestuft, die jederzeit einen Anschlag verüben könnten und deshalb von den Behörden überwacht werden.

Wie sieht die Lage in Österreich aus?

Laut Verfassungsschutzchef Peter Gridling leben in Österreich ca. 300 so genannte Gefährder. Eine Handvoll von ihnen befindet sich sogar in Oberösterreich. Eine Vollzeit-Überwachung der Personen sei aber in Hinblick auf die Ressourcen „eine Illusion“, wie er betont. Das bestätigt auch LPD OÖ-Polizeisprecher David Furtner, macht aber klar: „Der Polizei sind diese Personen bekannt und wir pflegen einen regelmäßigen Sicherheitsdialog mit ihnen.“

Die Polizei hat jeden Heimkehrer bei der Staatsanwaltschaft angezeigt: „Allerdings gestaltet sich die Beweisführung schwierig, weil die Taten im Kriegsgebiet geschehen und alle Informationen auf geheimdienstlichen Quellen beruhen.“ Zur Identität betont Furtner: „Niemand hätte etwas davon, wenn unbeteiligte Bürger wissen, wer diese Personen sind. Wir kennen sie und sind ihnen ständig auf den Fersen.“

IS-Rückkehrer zumeist Bosnier oder Tschetschenen

Bei Heimkehrern handelt es sich meist um Bosnier oder Tschetschenen – diese würden wegen einem kollektiven, muslimischen Bewusstsein schnell mit Syrien sympathisieren und dort ihren Stellvertreterkrieg führen. Kritik übt David Furtner an der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ): Diese hätte sich in der Vergangenheit aus Sicht der Polizei zu wenig von radikalem Islamismus distanziert.

Fraglich ist: Was bringt die Überwachung wirklich? Eine kürzlich im „Spiegel“ erschienene Statistik schockiert: Seit 2014 verübten demnach 24 Täter 13 islamistische Mord­anschläge in der EU – und ALLE Täter waren den Behörden bekannt!

Ist man hier überfordert?

In Großbritannien werden nach den aktuellen Anschlägen währenddessen immer mehr Stimmen laut, die eine Präventiv-Inhaftierung der Gefährder fordern. UKIP-Chef Paul Nuttall mahnte in einem „BBC One“ Interview, dass bei weiterer Untätigkeit, Anschläge in dieser Art in Großbritannien zur Normalität werden würden.

Und der ehemalige hochrangige britische Polizei-Komissar Tarique Ghaffur betonte sogar in einem Interview mit dem britischen „The Telegraph“: „Wir sind noch nie einer solchen terroristischen Bedrohung entgegengestanden. Lasst uns deshalb eine sachgemäße, nationale Debatte führen, ohne Angst zu haben mit unseren Worten irgendeine Bevölkerungsgruppe zu verletzten oder sich der politischen Korrektheit unterzuordnen.“

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