Hinkünftig sollen in der Onlineausgabe des Dudens auf Ansinnen ideologischer Sprachdoktoren hin die Berufsbezeichnungen gegendert werden. „Der Duden setzt seinen Status als Standardwerk aufs Spiel!“, warnte Professor Walter Krämer vom „Verein Deutsche Sprache“ unlängst. 

Personen- und Berufsbezeichnungen wie etwa Kunde, Mieter, Arzt oder Lehrer sollen im Onlineauftritt des Verlagshauses Duden nun mehr einem bestimmten Geschlecht zugeordnet werden.

Auch Frauen können Engel, Männer Dumpfbacken sein

Dabei müsste man es gerade beim Duden besser wissen. Man ignoriere mittlerweile aber wissentlich aus ideologischen Gründen „die gewachsene Grammatik und die amtlichen Regeln der deutschen Sprache“, kritisiert der Verein.  „Dass ausgerechnet der Duden sich dafür hergibt, einer Ideologie zu folgen, statt die Feinheiten der deutschen Sprache sensibel zu behandeln, ist nicht nachvollziehbar“

Kramer erklärt, dass es ein Trugschluss ist, dass eine geschlechtliche Wortbedeutung vom Artikel abhänge: „Der ‚Engel‘ ist per Definition geschlechtslos, ein ‚Schelm‘ kann genauso eine Frau sein wie eine ‚Dumpfbacke‘ ein Mann“, erklärt Krämer.

FPÖ-Politiker erzürnt über „Neusprech“

Man bedenke, dass das Rechtschreibwörterbuch Duden bis heute als Grundlage für die amtliche deutsche Rechtschreibung gilt. Der Kniefall des Dudenverlages vor Gender Mainstream-, Unterstrich- und Sternchen-Phantasten zur Abschaffung des generischen Maskulinums regt auch den freiheitlichen Nationalratsabgeordneten Volker Reifenberger aus Salzburg auf.

Reifenberger: „Auf Biegen und Brechen erhoffen sich politisch fehlgeleitete Geister ein Ende der Ungleichheit zwischen Mann und Frau durch Bestimmung und Dominanz von Sprache. Der Orwell’sche Begriff des Neusprechs könnte darauf nicht zutreffender sein. Frei nach Hannah Arendt fängt Totalitarismus bei der Sprache an und hört in der geistigen Versklavung der Menschen auf.“

Gendern: Totalitäre Phantasie?

Political Correctness und Gender Mainstream treiben insbesondere an Österreichs Universitäten ihr Unwesen. Dort wurden vor Jahren schon aus Studenten „Studierende“ und anstatt der wissenschaftlichen Qualität steht immer mehr das Binnen-I im Vordergrund. Nun war Sprache – wie die Ideologen stets argumentieren – immer lebendig und veränderte sich dadurch über die Zeit hinweg. Doch Volker Reifenberger lässt dieses Argument für die künstlich auferlegte Gender-Sprachpolitik nicht gelten: „Das Diktat über die Bedeutung und Verwendung von Wörtern charakterisiert stets totalitäre Phantasien weniger demokratiefremder Utopisten.“, schreibt er in der „Neuen Freien Zeitung“.