Feste sorgen in der Schmiedstraße für Belebung.

Die Eferdinger dürfen sich glücklich preisen – sie haben noch eine funktionierende City mit einem stimmigen Geschäftemix und einen prosperierenden Ort in einer lieblichen Landschaft, in der ihre Bewohner gern zu Hause sind, wie eine „Wochenblick“-Umfrage bestätigt.

Ein Bericht von Chefredakteur Kurt Guggenbichler

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Nicht ohne Stolz steht Eferdings Bürgermeister Severin Mair (25) neben einem Luftbild der Stadt, das sein Büro ziert, und zeigt auf die wenigen gemeindeeigenen Grundstücke, die man noch für Betriebsansiedlungen zur Verfügung stellen kann.

Stimmiger Geschäftemix

In den letzten Jahren und Jahrzehnten hat sich diesbezüglich einiges getan in diesem alten historischen Ort, der nun ein modernes Wohn-, Dienstleistungs- und Einkaufszentrum ist. Man finde in der Innenstadt noch alles, was man so brauche, bestätigt beispielsweise der Unternehmer Hartmut Gattermeier (54), der den guten Geschäftemix ausdrücklich lobt.

Regina Steiniger, die am Hauptplatz eine Wäsche​​boutique betreibt, findet „dass wir eine gut belebte Innenstadt haben.“ Natürlich könnte es immer mehr sein, aber mit attraktiven Festen werde schon genug getan, um Leute nach Eferding und in die Innenstadt zu locken. Kürzlich erst haben das Gauklerfest und einige Faschingsveranstaltungen wieder für eine außertourliche Belebung gesorgt.

Immer wieder Neueröffnungen

Darüber hinaus gibt es Stadtbesucher, die auch ohne Spektakelangebot gern nach Eferding kommen wie Gattermeier weiß. So reisen beispielsweise immer wieder Leute aus der Steiermark an, um bei Trachten Holzinger einen ganz bestimmten Stoff zu kaufen. Denn soll es nämlich nur dort geben und sonst nirgends. Was dieser Stadt jedoch fehle, sei ein Abendlokal, bemerken Gattermeier und Bürgermeister Severin Mair (25). Doch auch Mair ist mit dem Geschäftemix in der Innenstadt sehr zufrieden ist – trotz der wenigen Leerstände wie die ehemaligen Geschäftsräume der Firma Stöcker oder auch der frühere Stadtsaal.

Aber dort ist ohnehin was im Gange, das aber noch nicht spruchreif sei. In den nächsten zwei Monaten wisse man mehr. Außerdem gebe es auch immer wieder Neueröffnungen wie ein Outdoor-Geschäft am Schiferplatz und einige Schönheitssalons, betont der Bürgermeister. „Gut genutzt“, sagen unisono die vom „Wochenblick“ befragten Passanten, werde auch der Wochenmarkt, auf dem man noch gut und günstig die Bauernschmankerl der Umgebung kaufen könne. Denn das Gemüse ist noch immer das Pfund mit dem Eferding wuchern kann.

Viele Einkaufstouristen

Dieses Gemüse käme aus einer „hochrandigen Bauernschüssel“ wie es in einer Broschüre über das Eferdinger Becken heißt, an deren flachen Boden die Stadt Eferding liege. Das starke Rückgrat dieser Stadt, findet Gattermeier, „sind die alteingesessenen Familienbetriebe, die sich auf stabilem Niveau halten.“ Eferding hat zwar etwa 60 Prozent Auspendler, vor allem nach Linz, doch diejenigen, die aus seinem Speckgürtel nach Eferding einpendeln, um hier Bio-Gemüse zu kaufen – das sind auch Leute aus Wels, hat noch niemand gezählt.

Auch diese Leute sorgen – zusammen mit den Tagesausflüglern – dafür, dass der Innenstadt bislang das große Sterben erspart geblieben ist. „Auch wegen der Ärzte in Eferding kämen sogar aus dem Mühlviertel viele Leute hierher“, erläutert Mair, „und mit dem neuen Ärztezentrum werde dieser Gesundheitstourismus noch zunehmen. Allerdings hätte sich der Bürgermeister statt einer Bezirkszusammenlegung lieber eine Gemeindezusammenlegung gewünscht. Pupping, Fraham und Hinzenbach, sagt er, passten doch ideal zu Eferding.