Sehr geehrter Herr
Bundeskanzler,

ich heiße Magdalena Berger, bin gebürtige Österreicherin, sechzehn Jahre alt und gehe derzeit noch zur Schule.

Ich weiß nicht, ob Sie das Gefühl kennen, wenn man Zeiten durchlebt als wäre man nie wirklich da gewesen. Man weigert sich grundsätzlich, der Wahrheit ins Auge zu sehen und sträubt sich mit allen Mitteln dagegen. Doch selbst diese Methode währt nicht ewig. Irgendwann wacht man auf und wird von den Fakten überrollt.

Auch mir ging es so. Wie bestimmt viele unter Ihnen dachte auch ich mir im März 2020 noch nichts Großartiges dabei, für ein paar Wochen daheim zu bleiben und die Arbeit von zu Hause aus zu regeln. Aber wir Menschen sind wie Fässer, die plötzlich überlaufen, und wenn es dann soweit ist, müssen wir uns entscheiden, welchen Weg wir einschlagen. Ich entschied mich für den Weg des Verstands, der Ehrlichkeit und der menschlichen Hoffnung.

All die Ängste, die man seit hunderten von Jahren zu verhindern versuchte, traten mit einem Mal in unseren Alltag. Keine Meinungsfreiheit, keine Stimme, keine Rechte. Und egal, in welcher noch so schlechten Lage man sich befindet, als Bundeskanzler eines demokratischen Landes ist es doch eine moralische Pflicht, die Stimme des gesamten Volkes zu hören, selbst wenn es einem nicht immer passt, was andere denken.

Meine Schule hat sich zu einer halben Anstalt entwickelt, wo man neulich Schüler, welche nicht so denken wie die Lehrer bzw. die Regierung es wünschen, plötzlich zum Direktor schickt. Wo Leute, welche mit keinem durch Stoff verdecktem Gesicht durch die Flure schlendern, sofort verurteilt und in eine Schublade gesteckt werden. Manchmal frag ich mich, ob ich als einzige erkenne, dass wir, wenn wir so weiter machen, nicht glücklich werden, sondern eher ins offene Messer laufen.

Lassen wir unser Leben wirklich auf eine Impfung oder ein Medikament beschränken? Haben wir endgültig das Vertrauen in unseren eigenen Körper verloren? Seit wann haben die Menschen eine solche Angst davor, krank zu werden, und angefangen, nichts mehr zu hinterfragen?

Ich liebte es, in die Schule zu gehen, an Vereinen teilzunehmen und Geschäfte zu besuchen, aber mittlerweile dreht sich in meinem Kopf alles nur noch darum, nicht aufzufallen und ob mich dieser Lehrer, Kontrolleur oder Kassierer in Ruhe lassen wird, da ich keine Maske trage. Da kann man sagen, was man will, aber solche Gedanken sollten in keinerlei Köpfen schwirren.

Abschließend kann ich nur betonen: „Herr Kurz, stellen Sie sich Ihrer eigentlichen Verantwortung gegenüber dem Wohlergehen der Bürger Österreichs, stürzen Sie die Wirtschaft nicht noch weiter in den Abgrund, lassen Sie die Kinder wieder frei. Denn nur so ist diesem Land noch geholfen.“

Viele denken bestimmt, dass all die Sechzehn- bis Zwanzigjährigen gerade die Zeit ihres Lebens verpassen und einerseits haben sie auch Recht, da man dabei wohl die meisten sozialen Kontakte knüpfen würde und sich auf Partys abfeiern könnte. Aber andererseits bekommen wir genau jetzt die Chance, die Richtung für unser Leben zu wählen.

Bitte nehmen Sie sich meinen Appell zu Herzen und handeln Sie dementsprechend.

Mit freundlichen Grüßen