Kurzer Boxenstopp zum Interview mit dem „Wochenblick“: Raimund Baumschlager und Georg Hofbauer.

Mundl ist bekanntlich ein flotter Kerl. Rein in die Halle, schnell zum Fernseh-Interview, Ehrung, Überreichung einer Trophäe auf der Bühne der Jänner-Rallye in Freistadt. Dazwischen viele Schulterklopfer und Fans, doch schließlich holen wir ihn doch noch ein.

Ein Beitrag von Georg M. Hofbauer

Zum kurzen Boxenstopp vor dem „Wochenblick“-Mikro: Wir sprachen mit dem 14-fachen österreichischen Rallye-Staatsmeister über das Rennfahren und über das Leben. Also quasi über das Leben als Rallye…

Rasanteste Mann aus Rosenau am Hengstpaß

Ausgerechnet die 33. Jänner- Rallye: Jene, nach einer Pause wiederauferstandene legendäre Veranstaltung im Mühlviertel, und Raimund „Mundl“ Baumschlager, der rasanteste und wohl berühmteste Mann aus Rosenau am Hengstpaß, ist nicht aktiv dabei.

Wie denn das? „Doch ich bin eh da und auch aktiv“, sagt Baumschlager verschmitzt und klärt auf, dass es ihn herumreißt, was nicht zu übersehen ist. „Aber heuer fahren wir die österreichische Meisterschaft definitiv nicht und machen mit unserem Werksteam generell Pause. Wir machen nur zwei, drei Bewerbe, darunter vielleicht die Rebenland-Rallye oder Lavanttal. Haben aber keinen Druck dabei. Das entscheiden wir kurzfristig. Es muss alles zusammenpassen.“

Genug zu tun

Neben der tatkräftigen Unterstützung der Nachwuchshoffnung Sebastian Kletzmayr auf Skoda Fabia RS bleibt für den Serien-Staatsmeister im Volkswagen-Konzern genug zu tun: „Ich freue mich, dass ich weltweit einer von drei Testpiloten von VW sein darf, dass sie mich wieder geholt haben. Das taugt mir jetzt sehr, immerhin war ich zehn Jahre Werksfahrer für Volkswagen.

Ich darf bei der Entwicklung des neuen R5 aktiv mitmachen und bin jetzt vor kurzem in England damit gefahren. Die Sache war schon sehr vielversprechend, es ist verblüffend, was das Auto jetzt schon alles kann. Diese Entwicklungsarbeit hat heuer für mich absolute Priorität.“

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„Ja, es besteht die Absicht, wieder einzusteigen“

Welche ist eigentlich die Lieblingsmarke von Mundl, mit der der vielfache Staatsmeister am liebsten am Rallye-Kurs unterwegs ist? Da ist der Oberösterreicher ganz diplomatisch und ein perfekter Markenbotschafter: „Der ganze Konzern ist für mich ein Hammer, ich fühle mich dort sehr wohl. Ich fahre ewig lang VW und jetzt schon ewig lang Skoda. Der Fahrer-Vertrag mit Skoda bleibt übrigens auch jetzt weiter bestehen. Auch meine Sponsorenverträge laufen weiter.“

Diese Aussage lässt Hoffnung aufkeimen, dass man nicht nur Mundls Schützling Sebastian Kletzmayr auf der Strecke bolzen sehen kann, sondern vielleicht auch bald wieder den Meister selbst. „Ja, es besteht die Absicht, wieder einzusteigen“, bestätigt Baumschlager.

Kein Freizeitproblem bei Baumschlager

Aber: Es müssten weltweit die Chancen gegeben sein, wieder vorne mitzufahren. Ansonsten sei das Engagement nur schwer zu argumentieren. Ein Freizeitproblem wird bei Baumschlager selbst bei einer längeren Fahr-Pause seines Vertragspartners Skoda nicht so schnell ausbrechen: Seine Firma BRR (Baumschlager Rallye & Racing) in Micheldorf sorgt ausreichend für Beschäftigung. „Stimmt, fad wird mir so schnell nicht“, sagt Baumschlager und eilt nach dem kurzen gemeinsamen Boxenstopp weiter zum nächsten Termin.