Dinghoferstraße, Blick Richtung Norden zur Familienkirche

Neben gewissen Redewendungen sind auch Straßennamen „historisch belastet“. In Linz ist damit die „Dinghoferstraße“ in Verdacht gekommen, politisch unkorrekt zu sein. Im Kampf um den „moralischen Heiligenschein“ wird nun wieder die FPÖ angegriffen. Die Wahrheit scheint eine Sache der Perspektive zu sein.

Die OÖN hatten berichtet, die Stadt Linz hätte in einem Verfassungsausschuss einstimmig beschlossen, eine Studie über „belastete“ Straßennamen zu erstellen. Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) betonte, dass die Studie nicht nur Verbindungen zur Nazi-Ideologie untersuchen solle, sonder auch, ob die Namensgeber Anhänger von Antisemitismus oder Rassismus waren.

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Keine Pauschalermächtigung von FPÖ

Dass es einen solchen Beschluss geben soll, widerspricht aber FPÖ-Sicherheitsstadtrat Michael Raml: „Im letzten Verfassungsausschuss wurde lediglich vom Chef des städtischen Archivs Dr. Schuster berichtet, dass eine umfassende Analyse anzuraten wäre“, einen formellen Beschluss gab es demnach nicht. Raml wies ebenfalls darauf hin, dass wesentliche Fragen noch geklärt werden müssten: Wer führt die Analyse durch? Was sind die möglichen Konsequenzen und wie hoch wären die Kosten?

Ein Antrag der Grünen und einer Mandatarin der KPÖ hatte den Stein ins Rollen gebracht. Grünen Klubobmann Helge Langer findet eine Diskussion um eine Umbenennung der Straße „mehr als angebracht“.

NAbg. Martin Graf: Vorwürfe sind absurd!

Dinghofer-Instituts-Präsident Martin Graf weist die Vorwürfe entschieden zurück: „Franz Dinghofer in die Nähe des Nationalsozialismus zu rücken, ist völlig absurd“. Dinghofer war Bürgermeister von Linz, Vizekanzler und Justizminister. 1938 wurde er sogar von den Nationalsozialisten zwangsenteignet. Seine Courage zeigte Franz Dinghofer auch, als er die Auslieferung des aus Ungarn flüchtigen Kommunisten Bela Kun verweigerte, da Kun damals die Todesstrafe gedroht hatte. Der Fall Dinghofer zeigt einmal mehr, dass Geschichte von den Siegern geschrieben wird.