Eine mutige Notärztin wurde fristlos entlassen. Anlass dafür war eine Aussage von ihr zur Covid-Impfung, die dem Dienstgeber nicht passte. Den Menschen in Graz nimmt man somit eine der erfahrensten Notärztinnen in ganz Österreich. Mit dem „Wochenblick“ sprach Dr. Petra Baumgartner über ihren Beruf, die Entlassung und ihr Verfahren. Lesen Sie nun den ersten Teil dieses zweiteiligen Interviews.

Interview geführt von Birgit Pühringer

Frau Dr. Baumgartner, Sie wurden Ende April 2021 von ihrem Arbeitgeber, der AUVA, fristlos entlassen. Wie kam es dazu?
„Ich wurde entlassen, weil ich die Covid-Impfung im Rahmen eines Einsatzes als „Dreck“ bezeichnete. Dafür gibt es aber einen guten Grund, den mein Arbeitgeber natürlich nicht öffentlich bekannt gemacht hat. Auch im Mainstream las man nur banal von Impfreaktionen. Es handelte sich dabei aber um potenziell lebensbedrohliche Notfälle, die ohne Impfung nicht aufgetreten wären. Es waren zwei Notfälle unmittelbar hinter- beziehungsweise nebeneinander in derselben betrieblichen Impfstraße in Graz. Mitarbeiter der Behinderteneinrichtung Mosaik wurden das zweite Mal mit dem Impfstoff von Moderna geimpft. Die erste Patientin hatte per Definition einen allergischen Schock und neurologische Ausfälle. Nach meinem Eintreffen, einer schnellen Anamnese und Ersteinschätzung der Patientin leitete ich unmittelbar alle weiteren notwendigen Maßnahmen ein. Währenddessen stellte sich heraus, dass die zuständige Impfärztin, auf deren persönliche Übergabe ich bezüglich der Patientin auch bezüglich der bereits verabreichten Medizin drängte, gleichzeitig bei einem zweiten Notfall einer frisch geimpften Mitarbeiterin in einem angrenzenden Raum war. Nach Behandlungsanweisungen an die Rettungsmedizinerin/NKI des Grazer Notfallwagen zur weiteren Therapie von Patientin Eins, verschaffte ich mir umgehend einen Eindruck der zweiten Mitarbeiterin und leitete die weitere Behandlung ein. Ihre Symptome waren starke Gefühlsstörungen im Kopf- und Rachenbereich und das Gefühl, neben sich zu stehen. Ich war wirklich außer mir, da ich zwei Notfälle in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Impfung in meinen ganzen Jahren als Notärztin noch nicht erlebt hatte. Vor allem sind mir die Problematiken des innerhalb weniger Monate entwickelten Impfstoffs voll bewusst. Speziell bei jüngeren Menschen, die so gut wie kein Risiko haben, durch eine Covid-Infektion einen schweren oder tödlichen Verlauf zu haben. Aufgrund der akuten Gefährdungslage rief ich die Mitarbeiter in der Impfstraße klar und deutlich dazu auf, sofort mit dem Impfen aufzuhören. In so einer Situation gilt primär, jede mögliche Gefährdung von weiteren Personen sofort anzuwenden. Ich sagte, sie sollen sofort aufhören, diesen „Dreck“ zu verimpfen!“

Das war nun Anlass für die fristlose Entlassung?
„Ja genau. Ein höherer Mitarbeiter der Einrichtung Mosaik hat meine Aussage bei der Ärztekammer in der Steiermark gemeldet. Daraufhin bekam ich die fristlose Entlassung.“
Haben Sie sich beruflich jemals etwas zu Schulden kommen lassen oder gab es Probleme mit Ihren Patienten?
„Ich habe all die Jahre immer lege artis gearbeitet und war bezüglich meiner beruflichen Tätigkeit in der Notfallmedizin nie wegen eines Behandlungsfehlers oder anderem vor Gericht. All meine Patienten bekamen nach meinem besten Wissen und Gewissen stets die richtige Versorgung. Ich kümmerte mich immer zu hundert Prozent um sie.“

Gegen Sie läuft ja nun ein Disziplinarverfahren. Wie sehen Sie dem entgegen?
„Meine Hoffnung auf einen positiven Ausgang ist vorhanden. Es werden immer mehr Fakten über Unwirksamkeit und schwere Nebenwirkungen der Impfung bekannt. Allein die harten Zahlen und Fakten rechtfertigen ein kritisches Hinterfragen. Dies war schon immer die Triebfeder des Fortschritts. Sonst würde man den Stillstand einzementieren und möglicherweise auch schwere Fehler. Fachlich habe ich mir nie etwas zu Schulden kommen lassen, aber meine Meinung stellt ein Problem dar. Die Vorgehensweise der Ärztekammer in den letzten Monaten mit Kritikern war ja nicht gerade zimperlich. Eines der bekanntesten Beispiele dafür ist Dr. Konstantina Rösch, die aufgrund ihrer Kritik an den Maßnahmen ein Berufsverbot erhielt. Fachlich konnte man ihr ebenso nichts vorwerfen.“

Sie haben Klage gegen Ihren ehemaligen Arbeitgeber eingebracht, stimmt das? Ist Ihr Ziel, wieder dort zu arbeiten?
„Ich kann mir gegenwärtig nur schwer vorstellen, dort wieder zu arbeiten. Durch meinen ehemaligen Arbeitgeber, die AUVA, erfolgte bereits im Jänner die erste Meldung an die Ärztekammer wegen meiner „Meinungsabweichungen vom offiziellen Narrativ“. Das Ganze, ohne mit mir zuvor ein Gespräch zu suchen oder mich vorzuwarnen. Aber ich klage gegen die fristlose Entlassung, die meiner Meinung nach unrecht ist. Man kann mir seitens des Arbeitgebers keinen Vorwurf im Umgang mit Patienten und deren Versorgung machen.“

An fachlicher Eignung als Notärztin mangelt es Ihnen nicht. Sie haben einen beachtlichen Werdegang hinter sich. Sie flogen in St. Johann als Notärztin mit dem Hubschrauber, haben die Ausbildung zur leitenden Notärztin gemacht, unterrichteten andere Notärzte und leitende Notärzte, waren bei der „Isle of Man“ als erste österreichische Ärztin an der Strecke und am Rettungshubschrauber eingeteilt und absolvierten Dienste im Ausland?
„Ja, auch wenn einiges davon schon viele Jahre zurückliegt. Ich ging mit 18 Jahren zum Roten Kreuz als Sanitäter. Machte dann eine Ausbildung als Notfallsanitäter, danach absolvierte ich die Rettungsmediziner-Ausbildung beim Medizinercorps in Graz. Seit 1995 bin ich in der Notfallmedizin tätig. Während der Zeit als Turnusarzt war ich in Wales, in England, in einem Krankenhaus. Ich war da eigenverantwortlich als Arzt tätig. Auch in Deutschland habe ich als Notärztin an einem NEF, sprich Notarzteinsatzfahrzeug, etliche Dienste versehen. Ich habe bisher an die 10.000 Einsätze absolviert. Zusätzlich war ich auch als Polizeiärztin tätig und bin Feuerwehrärztin der Freiwilligen Feuerwehr in der Ortschaft in der ich lebe.“

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