Die Milliarde Förderungseuros will verdient sein. Manche Redaktionen überbieten sich gegenseitig mit der dramatischsten Corona-Story, welche die gewünschte Erzählung der Regierung am besten unterstreicht. Der goldene Griff ins Klo, falls es einen solchen Preis gäbe, müsste aktuell an einen Redakteur der „Heute“ verliehen werden. Diese erklärte: „21-jähriger Rapper stirbt nach Corona-Erkrankung“. Tatsächlich aber wählte der junge Mann den traurigen Weg des Selbstmordes. Pietätlose Propaganda der Extraklasse.

Ein Kommentar von Willi Huber

Der Schwarm mancher junger Mädchen, der US-Rapper „6 Dogs“ nahm sich im Alter von 21 Jahren das Leben. Seine Musik wurde von hunderten Millionen Menschen gehört. Musikkollegen kommentierten in sozialen Medien geschockt, dass die Musikindustrie ein hartes Pflaster ist und man sich viel mehr um seine Freunde im Musikbusiness kümmern muss. Der Rapperkollege Ray Daniels schreibt beispielsweise: „Some days I feel like a super hero who can take over the world and some days I just wanna cry and quit.“ An manchen Tagen fühle ich mich wie ein Superheld, der die Welt erobern kann und an manchen Tagen möchte ich nur weinen und aufhören.

Der Sachverhalt wurde von mehreren Medien korrekt recherchiert und pietätvoll berichtet: RTL.de berichtete beispielsweise korrekt: Depressionen: Rapper 6 Dog nimmt sich mit nur 21 Jahren das Leben. Das Portal „Maedchen.de“ erklärte: Großer Schock für Fans: Rapper „6 Dogs“ nimmt sich das Leben.

Ein bisschen weniger genau nimmt man es bereits beim Boulevard-Portal „OE24“. Dort musste „Depressiv nach Corona“ in den Titel. Die Todesursache wäre „unklar“.

Den sprichwörtlichen Vogel abgeschossen hat man aber bei der Heute. Voll auf Regierungslinie müssen offenbar auch dort Corona-Opfer geschaffen werden, wo keine sind. Von Respekt vor dem musikalischen Schaffen des Rappers und seiner Vorgeschichte voller psychischer Probleme und Depression ist nichts zu bemerken, Hauptsache die Headline stimmt.

Wäre auch für Regierung Corona-Toter

Nach der gültigen Regelung des österreichischen Gesundheitsministeriums unter dem grünen Volksschullehrer Rudolf Anschober wäre der Rapper übrigens wirklich zu den Corona-Toten gezählt worden. Denn seit spätestens Mai 2020 gilt: Jede verstorbene Person, die zuvor COVID-positiv getestet wurde, wird in der Statistik als „COVID-Tote/r“ geführt, unabhängig davon, ob sie direkt an den Folgen der Viruserkrankung selbst oder „mit dem Virus“ (an einer potentiell anderen Todesursache) verstorben ist.

Niemand schämt sich für Halbwahrheiten

Für diese Regelung schämt sich in der Regierung übrigens niemand. Ob sich der Redakteur des nicht mit vollem Namen gekennzeichneten Beitrags der „Heute“ schämt, ist unbekannt. Vielleicht gibt es für die besonders gute Leistung ja auch bald einen der innerhalb der entsprechenden „Blase“ beliebten Journalistenpreis und viele Schulterklopfer. Die „Faktenchecker“ und „Fake News“-Jäger verhalten sich in solchen Fällen auffällig leise.

Wichtig: Wenn Sie Sorgen und Depressionen haben, die Sie verzweifeln lassen, holen Sie sich Hilfe: https://www.gesundheit.gv.at/leben/suizidpraevention/inhalt