Die verkaufte Auflage deutschsprachiger Tageszeitungen sinkt und sinkt. Wurden 1991 noch über 27 Millionen Blätter verkauft, sind es inzwischen nur noch 12,5 Millionen. Bei Wochenzeitungen fiel der Rückgang mit nur 16 Prozent Einbruch etwas moderater aus. Gleichzeitig aber wurden Medien noch nie so stark staatlich gefördert wie heute.

Ganze 220 Millionen Euro ließ sich die Bundesrepublik Deutschland die sogenannte „Medienvielfalt“ kosten. Auch Österreich investiert spätestens seit der Machtübernahme der ÖVP soviel wie nie in eine Hofberichterstattung. Allein im Jahr 2021 sind 34 Millionen Euro für die Förderung von Medien budgetiert. Schon im April vergangenen Jahres wurde die heimische Zeitungslandschaft mit einer angeblichen „Corona-Sonderförderung“ mit rund 32 Millionen Euro belohnt.

Einheitliche Berichterstattung für marodes Angebot

Förderungswürdig ist jedoch keinesfalls die Qualität der angebotenen Inhalte, sondern „Vielfalt, lokale und regionale Programme, ein vielfältiges und hochwertiges Programmangebot, welches insbesondere einen Beitrag zur Förderung der österreichischen Kultur, des österreichischen und europäischen Bewusstseins sowie der Information und Bildung der Bevölkerung leistet“, so das Gesetz.

Kein Wunder also, dass es vor allem um regierungstreue Berichterstattung geht, die schlichtweg erkauft wird, denn betriebswirtschaftlich lassen sich die meisten Magazine ohnehin nicht mehr halten – ihr Online-Angebot ist meist extrem veraltet, ihre Inhalte teilweise voneinander abgeschrieben oder von einer der Hauptpresseagenturen wörtlich übernommen. Dafür aber liegt bereits eine Anzeige bei der WKStA vor, die diverse Interventionen seitens der Regierung Kurz beim Kurier offenlegt.

Für regierungstreue Berichterstattung gibt’s Inserate

Soviel also zum Thema “freie Medien”: Denn obgleich die Presseförderung selbst sinkt, spielt die Regierung über die Bande und kauft sich das Wohlwollen der Medien durch Inseraten. Ex-Kurier-Chef Helmut Brandstätter etwa berichtete über die direkte Einflussnahme von Kurz: „Der ruft auch persönlich in den Redaktionen an, wenn ihm ein Bericht missfällt.“

Auch die Vergabe der Inserate dient ausschließlich der Steuerung von Medien. „Eine Boulevardzeitung, die besonders liebedienerisch geschrieben hat, wurde besonders stark mit Inseraten verwöhnt“, schreibt Brandstätter. 

Freie Medien laufen Mainstream allmählich Rang ab

Gleichzeitig aber steigt die Leserzahl für alternative Medien – und die Mainstream-Journaille schäumt natürlich: „Gemessen an der Zahl der Nutzer:innen und Abonnent:innen sind diese auf dem Vormarsch und eine Gefahr für die Stabilität von demokratischen Gesellschaften“ ätzt das linke Alexandria-Magazin.

Da alternative Medien keine finanzielle Abhängigkeit und damit keine Notwendigkeit zum Wohlwollen des Staates haben, können sie auf ihre Leser eingehen und auch unbequeme Wahrheiten verbreiten – was Kurz und Konsorten freilich nicht passt. Der Glaubwürdigkeitsverlust der Mainstream-Medien schlägt sich nun endlich auch in ihrem finanziellen Fiasko nieder. 

Mehr zum Thema: