Eine Auswertung des österreichischen Integrationsfonds zeigt, dass mittlerweile jeder Fünfte – 19,5 Prozent – der Bevölkerung in Oberösterreich einen Migrationshintergrund haben. Bei Bildung und Beruf weisen sie weiterhin eine geringere Quote auf.

Einwanderung wird als alternativlos dargestellt, um eine Überalterung der Bevölkerung zu verhindern. Das wahre Ausmaß und viele Fehlentwicklungen werden der Bevölkerung jedoch verschwiegen. So heißt es in der Broschüre, dass 237.300 Personen mit ausländischem Geburtsort mit Stichtag 1. Jänner 2020 in Oberösterreich lebten. Doch schon diese Zahl ist mit Vorsicht zu genießen. Denn dies sind gerade einmal 15,9 Prozent der oberösterreichischen Gesamtbevölkerung von 1.490.279. Insgesamt lebten 290.630 Personen (19,5 Prozent) mit Migrationshintergrund in OÖ – wobei das bedeutet, dass beide Elternteile im Ausland geboren wurden. Kinder, die schon hier geboren werden oder deren Eltern bereits die österreichische Staatsbürgerschaft haben, werden nicht mehr erfasst.

Ausländeranteil in Gemeinden

Zudem gab es zum 1.1.2020 in Österreich 59 Gemeinden, bei denen mehr als ein Viertel der Einwohner einen ausländischen Geburtsort hatten. 17 dieser Gemeinden lagen in Oberösterreich – wobei es 2019 noch 15 Gemeinden und 2009 nur 4 Gemeinden waren. In der Gemeinde Freinberg hatten fast 44 Prozent der Einwohner einen ausländischen Geburtsort, gefolgt von Überackern (39,4), Hochburg-Ach (37,3) und Mattighofen (35,6). Bei den Bezirken hatte die Stadt Wels den höchsten Anteil der im Ausland geborenen mit 32,2 Prozent, gefolgt von der Stadt Linz mit 29,3 Prozent.

Höhere Arbeitslosigkeit bei Migranten

Während jedoch immer betont wird, dass die Einwanderung aufgrund des demografischen Wandels notwendig sei, lassen die Arbeitslosenzahlen daran Zweifel aufkommen, sofern es sich nicht um wirkliche Fachkräfte handelt. So lag die Arbeitslosenquote bei unselbstständig Erwerbstätigen in Oberösterreich im Jahr 2020 im Durchschnitt bei 6,5 Prozent und damit deutlich unter dem österreichweiten Durchschnitt mit 9,9 Prozent. Während die Arbeitslosenquote bei österreichischen Staatsangehörigen in Oberösterreich bei 5,5 Prozent lag, betrug sie bei Ausländern 11,1 Prozent. Besonders hoch war die Arbeitslosenquote in OÖ bei syrischen Staatsbürgern mit 27,2 Prozent, gefolgt von russischen (26,8) und afghanischen Staatsangehörigen (24,6). Auch waren Personen mit Migrationshintergrund bei den niedrigen Bildungsschichten mit lediglich Pflichtschulabschluss mit 24,8 Prozent überproportional vertreten. Mit 60,6 Prozent war der Anteil bei Türken besonders hoch.

Das könnte Sie auch interessieren: