Mit einem durchaus verstörenden Twitter-Thread machte einmal mehr die Parteijugend der liberalen deutschen Partei FDP von sich reden. Sie sind nämlich – übrigens nicht zum ersten Mal – der Meinung, dass einvernehmlicher Geschlechtsverkehr auch zwischen Blutsverwandten straffrei sein sollte. 

Das Netz reagiert mit einiger Befremdung darüber, dass die „Jungen Liberalen“ ihre schon 2007 gestellte Forderung – die damals sogar zu einer bundespolitischen Debatte führte – jetzt erneut auftauen. Wie FlinkFeed berichtet, gehen sie bei ihrer Forderung auch mit der Grünen-Jugend Hand in Hand. Auch die Begründung lasst tief in die Gedankenwelt des liberalen Nachwuchses blicken.

FDP-Jugend sieht „menschenverachtende Eugenik“

Denn ihrer Ansicht gäbe es bei diesem derzeitigen Tatbestand gar „keine Opfer“, man will daher nicht verstehen, warum Sex mit Blutsverwandten strafbar sei. Für sie ist es zudem auch eine Frage, wie weit der Staat sich in die Belange der Menschen einmischen darf. Wörtlich: „Wenn zwei einwilligungsfähige Personen sich entschließen, Sex zu haben, dann kann man das verwerflich oder eklig finden, letztlich geht es Staat und Gesellschaft aber nichts an.“

Außerdem bedeuteten sexuellen Handlungen nicht gleich eine Empfängnis. Wobei sie auch in diesem Falle gegen eine Strafbarkeit sind. Denn: „Wer Inzucht mit dem Argument eines erhöhten Risikos für Behinderungen verbieten will, betreibt menschenverachtende Eugenik.“ Wer so denke, müsste ihrer Logik nach „konsequenterweise auch allen Menschen mit vererbbaren Nachteilen die Fortpflanzung verweigern“.

Böse religiöse Vorstellungen am Inzest-Verbot Schuld?

Wer glaubte, er hätte bereits genug gelesen, wurde in der Folge eines besseren belehrt. Denn laut FDP-Jugend sei dieser Strafrechts-Paragraph lediglich „ein Abbild religiöser Moralvorstellungen und gesellschaftlichen Ekels“. Beide Grundlagen sehen sie als Argument für die Strafbarkeit als untauglich an. Rückenwind wähnen sie beim Deutschen Ethikrat, der schon vor sechs Jahren die Straffreiheit forderte und auf die Seltenheit des Phänomens hinwies.

Auch die Jungen Liberalen glauben nicht, dass plötzlich immer mehr Leute mit ihren Verwandten sexuell verkehren würden. Menschen würden sich ja nicht durch Strafbarkeit, sondern trotzdem durch ihre moralisches Empfinden abhalten lassen, mit ihren Geschwistern ins Bett zu steigen. Immerhin führen sie zuletzt aus, dass es ihnen um die Grundsatzfrage gehe – und nicht etwa, weil sie mit ihren Nächsten schlafen wollten…

Auch „Vater“ und „Mutter“ sind ihnen ein Dorn im Auge

Nichtsdestotrotz ist dieser wunderliche Vorstoß ein weiteres Indiz für den unaufhaltsamen Linksruck der liberalen Parteijugend. Dabei ist ihnen kein traditionelles Konstrukt heilig, wie auch ein Beschluss des JuLi-Bundesvorstandes kürzlich demonstrierte. Denn man will sich künftig für die Streichung der Worte „Vater“ und „Mutter“ aus dem Familienrecht engagieren.

Diese Floskeln wären durch das Wort „Elternteil“ zu ersetzen, außerdem sollte eine „Vielelternschaft“ für bis zu vier Eltern möglich sein. Dies begründet man damit, dass man gleichgeschlechtlichen Paaren ab der Geburt die Elternschaft ermöglichen möchte. Bei solchen Trends scheint es umso nachvollziehbarer, wieso unser Nachbarland Ungarn das Geschlecht der Eltern in ihrer traditionellen Form in die Verfassung schreiben will…