Der Afroamerikaner Darriynn Brown (18), der bereits wegen anderer Delikte amtsbekannt war, stieg am 16. Mai in der Nacht in ein Haus in der texanischen Stadt Dallas ein und entführte einen vierjährigen Buben namens Cash Gernon aus seinem Gitterbett. Später ermordete er das blonde Kind mit einem Messer und warf die Leiche auf die Straße, wo sie später von einem Jogger gefunden wurde. Ein rassistischer Hintergrund der blutrünstigen Wahnsinnstat wird vermutet.

Von Berthold Krafft

Die Familie stürzte in eine Krise

Da im Kinderzimmer eine Baby-Kamera stand, die auf das Gitterbett gerichtet war, konnte die abscheuliche Tat genau festgehalten werden. Um 5 Uhr morgens schlich sich Brown in das Zimmer und stand eine Weile still vor dem Bett, bevor er das wehrlose Kind an sich nahm und verschwand. Carter, der Zwillingsbruder von Cash, befand sich zum Tatzeitpunkt nicht im Raum und ist möglicherweise nur deshalb noch am Leben. 

Der kleine Carter wurde kurz nach der Mordnacht in eine staatliche Betreuungseinrichtung gebracht, da die Eltern nervlich völlig am Ende sind. Sie befinden sich in psychologischer Beratung. Zum Tatzeitpunkt betreute Monica Sherrod, eine Freundin der Familie, die Kinder. Als sie nach der Tat das erste Mal wieder das Kinderzimmer betrat, brach sie in Tränen aus. „Ich habe nichts angefasst. Ich konnte mich dem bisher nicht stellen. Der Schmerz sitzt so tief“, erzählte sie der „Daily Mail“.

Der Kinder-Mord wurde geplant

Die brutale Bluttat wurde offenbar von langer Hand geplant. Wie die Bilder einer Überwachungskamera des Nachbarn Jose Alvarado ergaben, hatte Brown das Gelände bereits zehn Wochen vorher ausgekundschaftet. Auf dem Video ist zu sehen, wie er das Zauntor am Hinterhof aufmacht, hineingeht und sich umsieht. Da die Bilder dieser Kamera von höherer Qualität sind, konnte der Mörder so identifiziert werden. „Es ist wirklich beängstigend. Ich habe zwei Kinder, ein Mädchen und einen Buben, und sie spielen immer Basketball in diesem Hinterhof“, erzählte Alvarado dem „Daily Beast“.

Den Täter erwartet die Todesstrafe

Am 22. Mai wurde Brown verhaftet. Für eine Kaution von 1.625.000 Dollar könnte der Verdächtige bis zur Verhandlung frei kommen. Die Summe wurde jedoch hoch gesetzt. Denn die Behörden sind sich sicher über die Täterschaft des Afroamerikaners: Auf den Bildern ist Brown eben klar identifizierbar. Die Anklage lautet auf Freiheitsberaubung, Einbrauch und vorsätzlichen Mord. Den Kindermörder erwartet für sein abscheuliches Verbrechen die Todesstrafe durch eine Giftspritze. „Wir sind schockiert und sehr wütend darüber, was diesem kleinen Kind angetan wurde“, äußerte Albert Martinez, der Polizeisprecher von Dallas, in einer Pressekonferenz.

Brown schlug schon einmal zu

Im Februar soll der Täter schon einmal eine Entführung versucht haben. Nachts war er in ein anderes Haus eingedrungen und griff sich ein zweijähriges Mädchen, das sofort zu weinen begann. Dessen Großvater konnte Brown jedoch mit einem Messer verjagen. Dabei bekam er jedoch mehrere Schläge des Kriminellen ab. Krass: Zwei Wochen später traf der Opa den Täter im Supermarkt. Brown entschuldigte sich für den Entführungsversuch, weshalb der Großvater, der anscheinend eine gutmenschlich-liberale Einstellung hat, keine Anzeige erstattete und die Sache auf sich beruhen ließ. Ein schwerer Fehler, wie sich jetzt herausgestellt hat.

War die Tat rassistisch motiviert?

Das Nachrichtenportal „Trending Politics“ hält ein „rassistisches Hassverbrechen“ für möglich und merkt an, dass die ganze Berichterstattung anders verlaufen würde, wenn der Täter weiß und das Opfer schwarz wären. In diesem Fall würde wochenlang über nichts anderes berichtet als über Rassismus. Dass nun über die Motive des Mörders so beharrlich geschwiegen wird, hält der Kommentator von „Trending Politics“ für verdächtig.

Auch in den sozialen Medien wird heftig debattiert. Eine Kommentatorin auf Twitter prangert die Doppelmoral der Medien an: „Wer verübt rassistische Hassverbrechen auf den Straßen Amerikas? Wird dies als rassistisches Hassverbrechen verfolgt werden? Und wenn nicht, wieso nicht?“

Video:

 

Lesen Sie auch: