daniele ganser
Der 45-jährige Schweizer fesselt mit seinen Vorträgen Millionen, für den Mainstream ist Ganser ein „Verschwörungstheoretiker“.

Seine Vorträge verfolgen Millionen von Internetnutzern im deutschsprachigen Raum. Wegen seiner Thesen zum 11. September 2001 wurde er vom medialen Mainstream als „Verschwörungstheoretiker“ denunziert. Nun wurde der Schweizer Historiker Dr. Daniele Ganser von der Universität St. Gallen vor die Tür gesetzt.

Dort hatte er seit dem Jahr 2012 einen Lehrauftrag über Geschichte und die Zukunft von Energiesystemen innegehabt. Bereits zuvor hatte die Universität seiner Heimatstadt Basel die Zusammenarbeit im Jahr 2016 beendet. Damit hat der Historiker seinen letzten Lehrauftrag an einer Universität verloren.

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Wichtiger Erfolgsautor

Einer breiten Öffentlichkeit wurde Ganser mit seinen Thesen zum 11. September 2001 bekannt, in denen er sich hauptsächlich mit der Frage beschäftigt, wie neben den beiden großen Türmen ein weiteres Hochhaus mit der Bezeichnung WTC 7 zum Einsturz gekommen war.

Neben seinen Vorträgen trat Ganser auch als Buchautor in Erscheinung: In seinem Bestseller „Nato-Geheimarmeen in Europa“ beschreibt der 45-jährige Schweizer wie westliche Regierungen in Terroranschläge verwickelt gewesen sein sollen. Sein letztes Werk brachte Gansers Verlag „Orell Füssli“ im Jahr 2016 heraus.

Die Anschläge vom 11. September 2001 sollen sich laut Ganser nicht wie in der offiziellen Version geschildert haben.

„Brutkastenlüge“

In „Illegale Kriege – Wie Nato-Länder die UNO sabotierten“ thematisiert Ganser beispielsweise, wie der zweite Irak-Krieg dadurch gerechtfertigt werden sollte, dass irakische Soldaten bei der Invasion Kuwaits im August 1990, kuwaitische Frühgeborene aus ihren Brutkästen gerissen und auf den Boden geschleudert haben sollen.

Später wurde bekannt, dass diese – als Brutkastenlüge in die Geschichte eingegangene Erfindung der PR-Agentur „Hill & Knowlton“ – lediglich dem Zweck diente, die Meinung der Öffentlichkeit zu beeinflussen. Daniele Ganser ist in der Schweiz auf schmerzliche Weise mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Berührung gekommen: In einer Sendung des Senders SRF war Ganser als Verschwörungstheoretiker bezeichnet worden, weil er die offizielle Theorie zu den Anschlägen in New York in Zweifel gezogen hatte.

Kritik am US-Imperialismus

Mit seinen Vorträgen und seiner scharfen Kritik an den Angriffskriegen der USA begeistert Ganser im deutschsprachigen Raum ein Millionenpublikum:

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Skandal im SRF

Nach Gansers Auftritt beim SRF und der Brandmarkung als „Verschwürungstheoretiker“ hagelte es mehr als 500 Zuschauerbeschwerden, es musste sich sogar SRF-Ombudsmann Blum einschalten, der Moderator Jonas Projer rügte. „Ungenügend fair und transparent“ sei dessen Berichterstattung gegenüber Ganser gewesen. Einen Effekt scheint die öffentliche Brandmarkung Gansers jedoch nicht verfehlt zu haben: Unbequeme Historiker sollen in ihrer wirtschaftlichen Unabhängigkeit angegriffen werden.

Im Falle Gansers ist dies mit dem Entzug seiner Lehraufträge teilweise gelungen, er verfügt jedoch über eine große Fangemeinde im deutschsprachigen Raum und wird seine alternative Geschichtstheorie weiterhin unters Volk bringen. Im Netz zeigen sich seine Fans und Leser empört, fordern Meinungsfreiheit für Ganser ein.