Die britische Regierung greift jetzt im Kampf gegen das Corona-Virus zu einem vorbeugenden „Hausmittel“: ab Jänner erhalten rund 2,5 Millionen besonders gefährdete Menschen kostenlos ein Vitamin D-Präparat, das sie dann täglich, vier Monate lang, einnehmen sollen. Zielgruppen sind Menschen mit dunkler Hautfarbe und Menschen in Pflegeheimen.

Von Kornelia Kirchweger

Gesundheitsbehörde prüft Vitamin-D-Berichte

Vitamin D entsteht im Körper bei direktem Kontakt mit Sonnenlicht auf der Haut im Freien. Während des Lockdowns kamen vor allem ältere Menschen kaum aus dem Haus. Auch dunkelhäutige, ältere Menschen leiden häufig unter Vitamin-D-Mangel: denn Melanin ist zuständig für die Pigmentierung der Haut und es reduziert die Fähigkeit Vitamin D in Reaktion auf Sonnenlicht zu bilden. Es gibt bereits Berichte, wonach Vitamin D das Risiko einer Erkrankung durch den Coronavirus verringert. Die britische Gesundheitsbehörde will das aber erneut überprüfen lassen. Die Ergebnisse sollen im Dezember veröffentlicht werden.

Dreistufiges Alarmsystem

In England durften wegen des harten nationalen Lockdowns 55 Millionen Menschen ihre Familien und Freunde nicht im Haus treffen. Ab 1. Dezember gilt ein dreistufiges System, in dem Einschränkungen von 5 Schlüsselfaktoren abhängen: Infektionen in allen Altersgruppen, Fälle der über 60-Jährigen, Anstiegsrate der Infektionen, Positivrate (Prozentsatz der Getesteten), (erwartete) Auslastung des Gesundheitssystems.

Großstädte besonders betroffen

Eine erste Übersicht wurde bereits präsentiert: demnach fallen 99 Prozent der britischen Bevölkerung in die „hohe“ Alarmstufe 2 und „höchste“ Alarmstufe 3. Dazu gehören u.a. die Bevölkerung von Großstädten wie Manchester, Liverpool und London. Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan forderte erst kürzlich, die für bald erwartete Covid-19-Impfung vor allem auf schwarze Londoner sowie asiatische und ethnische Minderheiten-Londoner zu konzentrieren. Diese haben in der Corona-Krise besonders gelitten, heißt es. Londoner seien generell, verglichen mit anderen Teilen des Landes, „zögerlicher bei Impfungen“.  Seit Beginn der Pandemie waren in England 2,3 Mio Menschen mit Corona infiziert. 57.000 Menschen starben an oder im Zusammenhang mit Corona,