„Jössas, sand’s denn ang’rennt?“ – Das oder ähnliches würde sich der durchschnittliche Österreicher denken, wenn sein Kind einen Merkzettel mit nach Hause bringt, auf dem allen Ernstes behauptet wird, dass es neben Mann und Frau noch über 100 andere Geschlechter gäbe. In England ist so ein ähnlicher Fall nun Realität – dort missbrauchen einschlägige Ideologen nämlich den Lockdown für ihre Gender-Propaganda. 

Kommentar von Alfons Kluibenschädl

Unter den offiziell für den ohnehin absurd anmutenden Lehrgegenstand „Sexualerziehung“ vorgesehenen Materialien der öffentlich-rechtlichen BBC befindet sich auch ein Film, in dem Kinder sich mit ihren Fragen zu Geschlechteridentität an Erwachsene richten. Ganz zu schweigen davon, dass es wohl kaum das Hauptinteresse der meisten 9- bis 12-jährigen ist, was der Unterschied zwischen „Gender-Queer“ und „Bi-Gender“ ist, lassen auch die Antworten tief blicken. Im auch hierzulande beliebten „distance learning“ kommt die Botschaft oft auch ohne jegliche Einordnung des Lehrers beim Schüler an.

Die Jüngsten mit umstrittenen These beschallt

Jede Menge geschlechtliche Identitäten und ein Coming-Out als Transgender als Weg zum Glück – das sind nur einige der Darstellungen, welche der Film total unkritisch von sich gibt, als wären es mathematische Gleichungen oder philosophische Merksätze. Dass die Gabe etwa von Hormonen bereits an Kinder und Jugendliche, die sie auf eine mögliche Geschlechtsumwandlung vorbereiten sollen, höchst umstritten ist, kommt gar nicht vor.

In Großbritannien ist dieser Film derzeit ein Skandal, den auch große Boulevard-Medien wie die „Daily Mail“ auf dem Schirm haben. Doppelt problematisch ist, dass diese Art von Propaganda eigentlich gar nicht ungefiltert bei den Kindern ankommen sollte. Denn die konservative Regierung von Premier Boris Johnson gab im Vorjahr aus, dass Materialien, die sich mit diesen heiklen Themen auseinander setzen, nur mit äußerster Vorsicht an die Kinder weitergegeben werden sollen.

Noch einmal: Das ganze richtet sich an 9- bis 12-Jährige, also im englischen Schulsystem an Volksschüler. In dem Alter hielten zumindest wir Buben sowieso auch noch normale Mädchen für halberte Aliens. Welche 150.000 Identitäten sich irgendein „Gender Studies“-Absolvent ausdenken würde, war uns in dieser glücklichen Zeit gottlob ebenso fremd wie einerlei. Auf der Insel kommen sie dieser für ihr Alter eher verstörenden Frage jetzt nicht mehr aus.

Es ist eine Manipulation mit System

Für den durchschnittlichen Briten schaut es wie der 159.278te Fall einer total enthemmten „political correctness“ aus. In Wirklichkeit hat diese Indoktrination unser Jüngsten weit vor einem angemessenen Alter in der gesamten westlichen Welt mittlerweile System. Kritiker lässt man erst gar nicht zu Wort kommen. Sie werden mit Schlagwörtern wie „Homophobie“ und „Transphobie“ niedergebrüllt. Nicht einmal linke, feministische Bestseller-Autorinnen sind davor gefeit, wenn sie sich über Formulierungen wie „Leute, die menstruieren“ als Verdrängung des Frauenbegriffs aufregen.

Der ideologische Ansatz einer kleinen Minderheit, dass man sich „aussuchen“ könne, welches Geschlecht man habe, wird zur vermeintlich unumstößlichen Wahrheit, zur Lehrmeinung. Am Ende dieser Entwicklung werden auch in naturwissenschaftlichen Fächern reihenweise Masterarbeiten zurückgeworfen, weil „nicht-binäre“ Personen in statistischen Auswertungen nicht vorkommen. Dass als Mann geborene Sportler in Frauen-Bewerben antreten dürfen, ist da nur die Spitze des Eisbergs.

Propaganda unter wissenschaftlichem Deckmantel

Und diese Identitätspolitik ist ein Steckenpferd weiter Teile der politischen Linken, deren Vertreter heute den Rebellen mimen, obwohl ihre Gleichgesinnten in allen Institutionen sitzen. Sie entscheiden, was der Stand der „Forschung“ ist – und sitzen mitunter an den medialen und politischen Schalthebeln, um zu entscheiden, was der Jugend von heute vorgesetzt und als „Fakt“ präsentiert wird. 

Zwei solche Beispiele fanden sich vor nicht allzu langer Zeit auch im deutschsprachigen Raum. Die ARD/ZDF-Jugendschiene „funk“ ließ im Vorjahr ein Video auf Jugendliche los, das Abtreibungen und Sterilisation als tolle Sache darstellte. Komplexe und schwierige Themen als Lifestyle-Entscheidung präsentiert, die auf junge Menschen, die sich gerade entdecken, losgelassen werden: Das sind Ihre Zwangsgebühren bei der Arbeit. 

Sie wollen an den biologischen Realitäten rütteln

Auch die Stadt Wien förderte aus öffentlichen Mitteln einst eine Videoserie, in der jugendliche Darstellerinnen auch die Geschichte der tausend Geschlechter predigte. Dabei wurden vermeintliche „Faktenchecks“ präsentiert, die mit landläufigen „Mythen“ aufräumen sollen. So seien sexuelle Präferenzen ständig wandelbar – und „auch eine Person mit Penis kann ein Mädchen sein.“ Von der ordinären Ausdrucksweise in einigen anderen Videos gar nicht zu sprechen.

In einem Land, aus dem ein fälschlich für weiblich gehaltener Bub Abfahrtsweltmeisterin wurde, ehe ein Test den ihm selbst völlig unbekannten Umstand aufdeckte, ist das nur auf dem Papier eine lapidare, biologische Feststellung. Denn seltene Fälle von Intersexualität oder nach innen gewachsener Organe meinen sie damit nicht. Für das Ideal des „neuen Menschen“ wollen sie tradierte Rollen aufbrechen und die vom „Manderl und Weiberl“ als biologische Norm ist ihnen ein besonders dicker Dorn im Auge.