Ein pikantes Detail wirft nun neues Licht auf ein im Vorjahr eingestelltes Verfahren. Es geht dabei um die Ermittlungen zu einem angeblich geplanten Auftragsmord an FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mit einer Autobombe. Der mutmaßliche Islamist betete in derselben Moschee wie Wien-Terrorist Kujtim F. 

Es sind unfassbare neue Erkenntnisse, über die „oe24“ unter Berufung auf Insider-Infos berichtet. Demnach soll der Informant den gesamten Verschlussakt in der Redaktion auf den Besprechungstisch gelegt haben – mit allen Protokollen zu Einvernahmen und den Ermittlungen. Seiner Einschätzung nach könnte es sich durchaus um einen „handfesten Justizskandal“ handeln.

Behauptung über Kopfgeld für Autobombe auf Strache

Das Thema kam bereits im Sommer des Vorjahres auf, als ebenfalls Info aus geheimen Ermittlungsakten durchgestochen wurden. Der „Kurier“ sprach damals von konkreten Summen, die geboten worden seien. So würde eine Autobombe im Kosovo 25.000 Euro kosten. Der Verdächtige soll darauf hingewiesen haben, dass Straches Auto – dieser war damals noch Vizekanzler – nicht immer unter polizeilicher Beobachtung stehe.

Im September kam dann aber die Hiobsbotschaft für den patriotischen Ex-Politiker. Denn die Ermittlungen wurden vonseiten der Staatsanwaltschaft eingestellt. Der nunmehrige Whistleblower hatte dafür kein Verständnis. Denn dies soll trotz mehrerer belastender Zeugenaussagen, Waffenfunden und Drogen-Sicherstellungen beim Verdächtigen geschehen sein.

Verdächtiger und Wien-Terrorist in gleicher Moschee

Schon im September 2018 – also sieben Monate bevor Strache überhaupt Kenntnis von den Vorwürfen bekommen haben will – schilderte der Hauptbelastungszeuge damals offenbar brisante Details. Der ehemals tatverdächtige Albaner soll nämlich ebenso wie Kujtim F. zu einem „inneren Kreis“ der ohnehin als „salafistisch-takfiristisch radikalisiert“ geltenden Moschee in Ottakring gehört haben.

Die verdächtige Person soll bei Treffen mit dem Belastungszeugen sehr konkrete Motive dargelegt haben: „Er wetterte gegen das Kopftuchverbot und gegen die Schließung von sechs Moscheen. Für diese Handlung müsse die Regierung im Namen Gottes bestraft werden.“ Bei einem weiteren Treffen war die Rede davon, dass 100.000 Euro für ein erfolgreiches Attentat auf Strache ausgelobt seien.

Wurde das Verfahren womöglich voreilig eingestellt?

Nach der folgenden Razzia kam der Verdächtige zunächst in Gewahrsam. Nach der Intervention seines kürzlich verstorbenen, für die Verteidigung mehrerer Gefährder öffentlich bekannten, Anwalts kam er aber bald frei. Das Verfahren wurde im September des Vorjahres schließlich eingestellt. Die Erklärung des Rechtsfreunds damals: „Letztlich haben sich die Behauptungen alle als Hirngespinste dieses angeblichen Verbindungsmannes herausgestellt.“

Gerade vor dem Hintergrund eines eingestellten Verfahrens gilt die Unschuldsvermutung zwar besonders deutlich. Nicht zuletzt der Umstand, dass der damalige Verdächtige im ähnlichen Umfeld wie ein späterer islamistischer Terrorist verkehrte, wirft Fragen auf. So liegt der Verdacht nahe, dass bei den damaligen Ermittlungen womöglich zu schnell Entwarnung gegeben wurde – zumindest was dessen radikale Kontakte betraf.