„Die beste Rache ist dein Kreuz bei H.C. Strache. 2020 Wien.“ Dieser Spruch stand auf – wohl von einer Gruppe Strache-Fans verteilten – Ansteckern zu lesen, die am Donnerstagabend bei einem Event der freiheitlichen Splittergruppe DAÖ unter den rund 1.000 Besuchern in den Wiener Sofiensälen verteilt wurden.

Ob man sein Kreuz bei der Wahl um Wien tatsächlich neben dem Ex-FPÖ-Boss setzen können wird, ließ dieser selbst zwar noch ein Stück weit offen, doch spätestens nach seiner mehr als 50-minütigen Gastrede war klar: Er ist wieder da.

„Charakterlose FPÖ“

Natürlich kamen vor allem Straches ehemalige „Freunde“ bei der FPÖ in seiner Rede nicht gut weg. So unterstellte HC deren Führung etwa „Charakterlosigkeit“. FPÖ-Chef Norbert Hofer zeige zu wenig Härte. Der blaue Klubobmann Herbert kickl sei dafür zu radikal. Die FPÖ hätte mit seinem Ausschluss „Kopf, Herz und Seele verloren“, versicherte Strache den jubelnden Zuhörern, die sich mutmaßlich zu einem beträchtlichen Teil aus enttäuschten FPÖ-Wählern rekrutierten.

Türkis-Grün betreibt Greta-Symbolpolitik

Aber auch an der aktuellen türkis-grünen Bundesregierung ließ Strache, dessen Frau Philippa in der ersten Reihe saß, kein gutes Haar. Vor allem nicht an der Hysterie um den vermeintlichen Klimawandel. „Da wird eine Katastrophen-Untergangsstimmung verbreitet, als würden wir mogen vor dem Weltuntergang stehen“, so Strache, der der Regierung vorwarf, eine „reine Greta-Symbolpolitik“ zu betreiben. Ein echter Notstand sehe anders aus, als dieser „billige Populismus“, der derzeit künstlich hochgezogen würde.

Einige erste Umfragen trauen der DOÖ mit HC Strache an der Spitze den knappen Einzug in den Wiener Gemeinderat zu. Wieviel Potential dieses von Kritikern oft „Bündnis Zukunft Ibiza“ genannte Projekt in den nächsten Wochen tatsächlich entwicklen wird, bleibt abzuwarten.