Übereinstimmenden Medienberichten zufolge plant Friedrich Merz einen neuerlichen Antritt für den Posten als Unionschef. Im Dezember 2018 war er der aus dieser Position scheidenden Annegret Kramp-Karrenbauer noch knapp unterlegen.

Wie unter anderem der Kurier unter Berufung auf dem Politiker nahestehende Kreise berichtet, entschließt sich Merz für eine neuerliche Teilnahme im Rennen um den CDU-Chefsessel. Demnach fühle sich der langjährige Spitzenpolitiker durch aktuelle Umfragen ermutigt und sieht breiten Zuspruch in der Parteibasis. Ob er auch Kanzlerkandidat werden möchte ist unklar – Kramp-Karrenbauer wünscht sich jedenfalls einen Nachfolger, der beide Stellen in Personalunion ausfüllt.

Merz: Bei Konservativen beliebter Kandidat

Die Kandidatur Merz‘ wird von Beobachtern auch als Versuch gesehen, der Partei wieder ein konservativeres Profil zu geben. Der Sauerländer agierte zuletzt als Vorsitzender des Aufsichtsrats für des Vermögensverwaltungsunternehmen BlackRock, kündigte aber bereits in der Vorwoche an, dieses Mandat zugunsten eines stärkeren politischen Engagements zurückzulegen. Bereits in den vergangenen Monaten kommentierte er häufig die politische Lage und tat sich dabei als parteiinterner Merkel-Kritiker hervor.

Seine Positionierung als gleichermaßen wertkonservativ wie wirtschaftsliberal schlägt sich auch in externen Beliebtsheitswerten nieder. So hat Merz bei den Wählern der AfD (39 Prozent) und der FDP (38 Prozent) laut n-tv sogar noch eine höhere Zustimmung als bei Unionswählern (35 Prozent). Dass er Wähler in Scharen von der AfD zurückholen kann, daran besteht dennoch Zweifel. Immerhin ist die AfD besonders in jenen Bundesländern stark, wo die CDU ohnehin bereits etwas konservativer auftritt.

Antritt gegen Spahn und Laschet?

Als weitere Namen für den Vorsitz fielen zuletzt auch der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, sowie Gesundheitsminister Jens Spahn, der sich ebenfalls 2018 bereits erfolglos um den Vorsitz bewarb. CSU-Chef Markus Söder wiederum dementierte bereits, Ambitionen darauf zu hegen: Er möchte in Bayern bleiben. Damit könnte das Rennen zwischen drei Schwergewichten aus demselben Landesverband stattfinden.

Eine Fortsetzung des Kurses von Merkel und „AKK“ wäre jedenfalls am ehestens unter Laschet zu erwarten. Dass die personelle Neuaufstellung überhaupt nötig wurde, ist den Verwerfungen in der CDU nach den Geschehnissen in Thüringen zu verdanken. Neben der Parteichefin kündigte der dortige Landeschef Mike Mohring seinen baldigen Rückzug an. Der Ex-Ostbeauftragte Christian Hirte hat mit Marco Wanderwitz bereits einen Nachfolger.