Erdogan beim Zeigen des Rabia-Symbols – eine Solidaritätsbekundung zur Muslimbruderschaft. Er wird die Zentralmoschee in Köln eröffnen.

Nun auch das noch! Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan weiht am Rande seines offiziellen Besuchs in Deutschland am Samstag eine Groß-Moschee in Köln ein.

Das muslimische Gotteshaus im Stadtteil Ehrenfeld gilt als das größte Deutschlands und wird vom türkisch-deutschen Kulturverein DITIB betrieben. So verfügt das monumentale Bauwerk neben einem 36,5 Meter hohen Kuppelsaal auch über zwei Minarette von 55 Metern Höhe und soll künftig 1.200 Gläubigen Platz bieten.

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Massive Proteste gegen Bau

Von der Grundsteinlegung bis zur Einweihung der Moschee sind neun Jahre vergangen. Beim Bau dieses Prachtbaus wurden keine Kosten und Mühen gespart. Insgesamt belief sich die Bauzeit auf mehr als neun Jahre. Dem Bau waren jedoch auch heftige Proteste vorausgegangen. Auf heftigen Druck der Anrainer versuchte die Kölner Bürgerinitiative „Pro Köln“ den Bau gänzlich zu verhindern.

Doch alle Bemühungen waren erfolglos: Die Moschee soll nun am Samstag feierlich eröffnet werden. Zwar hat die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker ihrer Teilnahme abgesagt, trotzdem finden sich zur Eröffnungsfeier eine Reihe von Prominenten aus Politik, Wirtschaft, Religion und Gesellschaft ein.

Als Hauptredner der Eröffnung wurde der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan eingeladen, der sich gerade auf einem offiziellen Staatsbesuch in Deutschland befindet. In Köln werden zur Eröffnung sowohl tausende Anhänger Erdoğans, als auch tausende Gegendemonstranten – insbesondere aus dem kurdischen Lager – erwartet.

Die deutsche Polizei ist in Alarmbereitschaft und bereitet sich bereits auf schwere Auseinandersetzungen der beiden Lager vor. Deshalb möchte sie aus Sicherheitsgründen nur 5.000 Besucher durchlassen. Die Besucher und Besucherinnen sollen kontrolliert werden, bevor sie den abgesperrten Bereich rund um die Moschee betreten dürften, hieß es in einer Aussendung. Insgeheim sollen die Nerven der Polizei wie auch der Bevölkerung schon blank liegen, nachdem es auch in letzter Zeit immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden gekommen ist.

Proteste auch in Berlin

Auch in Berlin protestieren Erdogan-Gegner gegen den türkischen Präsidenten. Die Gruppen „amnesty international“ und „Reporter ohne Grenzen“ forderten am Freitag die Beachtung der Menschenrechte und der Pressefreiheit in der Türkei. Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Erdogan am Freitagmorgen mit militärischen Ehren an seinem Amtssitz im Schloss Bellevue empfangen. Es ist der offizielle Auftakt für den Staatsbesuch des türkischen Präsidenten. Erdogan trug sich ins Gästebuch von Schloss Bellvue ein. Auch ein Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel soll noch folgen.