Erdogan Türkei

Kein fanatischer Salafist, sondern ein Mitglied einer Gemeinde, die der Türkisch-Islamischen Union (Ditib) untersteht, dem mächtigsten Moscheeverein Europas, postete auf Facebook „Mein Führer, gib uns den Befehl, und wir zerschlagen Deutschland“ und sorgte damit für einen Eklat. 

Ditib, der deutsche Ableger der türkischen Religionsbehörde Diyanet, gibt sich nach außen hin als moderater Dachverband und verfügt über 970 der 2600 Gemeinden in Deutschland. Diyanet untersteht direkt dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, daher sind sämtliche Ditib-Imame, die in deutschen Moscheen ihre Predigten abhalten, von Ankara bezahlte türkische Staatsbeamte.

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Militärische Mobilmachung im Verein

Die deutsche Politik hatte mit diesem Phänomen lange Zeit keine Probleme, jedoch findet seit dem gescheiterten Putsch im Jahr 2016 in der Ditib eine militärische Mobilmachung statt, die auch in die Moscheen getragen wird. Experten sprechen mittlerweile davon, dass sich aufgrund der zunehmenden Abschottung des Vereins, dieser zum größten Geheimbund auf deutschem Boden entwickelt hat, der einen Staat im Staat errichtet hätte.

Militärparaden in Moscheen

Die jüngsten Militärparaden in deutschen Moscheen, bei denen uniformierte Schulkinder ihre Gewehre schwenkten und türkische Kriegspropaganda zitierten, belegen die Tatsache, dass Ditib auch die nächste Generation im Visier hat. Die Islamismus-Expertin Birgit Ebel meint klar: „Sie zeigen, dass Erdogans Arm längst bis in deutsche Moscheen reicht.

Verfassungsschutz prüft Ditib

Außerdem sitzen in mehreren Bundesländern Verbandsvertreter in Beiräten, die über den Unterricht in den Schulen entscheiden. Der Verfassungsschutz hat jedoch die Gefahr, die vom türkisch-islamischen Verein ausgeht, erkannt und erklärte den Verband zum Prüffall. Die Begründung dafür sei, dass dessen Aktivitäten eine „Gefahr für den inneren Frieden“ sei, da sie „einen Keil in die türkische Community“ treiben würde.