Das türkische Staatsoberhaupt lässt sich von der Krise nicht beirren – und könnte mittels zahlreicher Migranten wieder einigen Druck auf europäische Staaten ausüben.

Laut einer Recherche der deutschen Zeitung Welt schickt die Türkei wieder tausende einwanderungswillige Araber in Richtung Griechenland. Dabei versuche man es diesmal über eine andere Route. Die Menschen wurden per Bus nach Izmir verfrachtet, wo es per Boot weitergehen soll.

Über 1.000 Kilometer weit durch die Türkei gekarrt

Laut des Zeitungsberichtes hätte die Türkei bereits am Wochenende 2.000 potentielle Immigranten aus dem Flüchtlingslager Osmaniye in die Küstenstadt Izmir gebracht. Die Distanz von 1.100 Kilometern ist beachtlich – denn mit dem Bus benötigt man dafür mindestens 13 Stunden.

Angeblich wolle die Türkei mit diesen Menschen eine weitere Flüchtlingskrise inszenieren. Diese Vorgehensweise ist aufgrund der Corona-Pandemie, welche auch die Türkei schwer getroffen hat, besonders befremdlich. Es gibt keine Garantie dafür, dass sich unter den so genannten Flüchtlingen noch niemand mit dem Erreger angesteckt hat.

Griechische Küstenwache verstärkt Patrouillen

Beobachter gehen davon aus, dass Präsident Erdogan die Europäische Union auf diese Weise zu weiteren finanziellen Zugeständnissen zwingen will. Der türkische Innenminister Süleyman Soylu drohte: „Wenn die Corona-Epidemie vorbei ist, werden wir keinen Migranten davon abhalten, an die türkisch-griechische Grenze zurückzukehren.“ Die griechische Küstenwache ist jedenfalls alarmiert und verstärkte die Patrouillen.