Klima-Ikone Greta Thunberg kam natürlich zum jährlichen Weltwirtschaftsgipfel, der noch bis 24. Jänner im schweizerischen Davos tagt. Mit ihr auch die Crème de la Crème aus Politik und Wirtschaft in über 1000 Privatjets und zahllose weitere Teilnehmer, die aus aller Welt einflogen. Klimaneutral ist das nicht – aber was soll’s. Hauptsache man redet darüber, versetzt den kleinen Mann in Panik und knöpft ihm dann, zur Rettung der Welt, sein hart verdientes Geld ab. Die 119 Milliardäre, die sich in Davos angeblich die Hand reichten, berührt das kaum.

Ein Bericht von Kornelia Kirchweger

Bisher war Greta der alleinige Star in der großen Europa-Show der Klimakrise, die vom EU-Parlament per Ausrufung des Klimanotstandes offiziell beglaubigt wurde. In Davos kam interessante Konkurrenz aus aller Welt hinzu. Weitgehend unbekannte, junge, schwungvolle Leute, wohltuend sachlich, humorvoll, versöhnlich und nicht polarisierend – zudem mit sehr konkreten Aktivitäten, zeigten: es geht auch anders.

Frauenrechte, Trinkwasser und Strom für Arme

Im Jugend-Panel unter Schirmherrschaft des Time-Magazin (das Greta Thunberg zur Person des Jahres machte) sprach etwa Natasha Mwansa aus Sambia. Quirlig und locker vom Hocker betonte sie das Miteinander der Generationen, um Dinge wirklich zu verändern. Konkret kämpft sie für Kinder- und Frauenrechte und gegen die Zwangsverheiratung von Kindern. Salvador Gómez aus Puerto Rico investiert seine Energie in die Versorgung der Armen mit Strom und Waschmaschinen. Und die Kanadierin Autumn Peltier setzt sich für gutes Trinkwasser ein – in den Gebieten, wo Kanadas indigene Völker leben.

Greta‘s CO2-Apokalypse

Gretas Kampf hingegen gilt dem natürlich in der Luft vorkommenden CO2, der drohenden Klima-Apokalypse, dem CO2-Chaos, in das wir die Jugend hineintreiben. Neben den Energiebündeln aus verschiedenen Kontinenten wirkte ihr Statement farb- und kraftlos. Sie hatte keinen Zettel dabei und angeblich ging es ihr nicht sehr gut. Auch in einem anderen Klima-Panel, unter Schirmherrschaft der linkslastigen New York Times, war Gretas Auftritt sichtbar gedämpfter als sonst. Ihre zehn-minütige Rede las sie, gut vorbereitet, auf einem Podest hinter dem Rednerpult stehend, vom Blatt. Ihre Forderungen: Schluss mit den leeren Worten, kein Cent mehr für Gewinnung und Subventionen fossiler Brennstoffe. Ab sofort Null- oder noch besser, Minus-CO2-Emissionen, koste es, was es wolle.

Arbeitslose Kohlearbeiter: die verstehen das…

Die Menschen haben sicherlich Verständnis für die unangenehmen Folgen, ist Greta überzeugt. Erst kürzlich habe sie polnische Kohlearbeiter getroffen, die jetzt keine Arbeit mehr haben, weil ihre Bergwerke zusperrten. „Nicht einmal sie haben aufgegeben. Im Gegenteil – sie scheinen, besser als Sie (das Auditorium) verstanden zu haben, dass wir einen Wandel brauchen“ (was deren Familien jetzt tun, ist nicht bekannt). Ihre Generation werde jedenfalls weiterkämpfen und die Erwachsenen sollen gefälligst ihren Kindern erklären, warum man sie wissentlich im Klima-Chaos zurücklässt.