In Storkow in Brandenburg übergab die erste transsexuelle Kommandeurin der Bundeswehr ihr Kommando über das Informationstechnikbataillon 381 an ihren Nachfolger. Am Schluß des militärischen Kommandowechsels „ritt“ sie auf einem Einhorn ihren neuen Aufgaben entgegen.

Die rund 700 Angehörigen des Informationtechnikbataillons 381 verabschiedeten ihre scheidende Kommandeurin Anastasia Biefang mit Holzeinhörnern, die an einem LKW befestigt waren. Damit wurde nach der Kommandoübergabe die ehemalige Kommandeurin quer durch die Kaserne gefahren. Die Führung in der Kurmark-Kaserne übernimmt fortan ihr Nachfolger Oberstleutnant Marc Tachlinski.

 

Einhorn als Maskottchen

Der Grund für den Einhornritt dürfte gewesen sein, dass das Fabelwesen Biefangs Maskottchen während ihrer Auslandseinsätze in Afghanistan gewesen war. Die 46-jährige Generalstabsoffizierin wechselt nun ins Bundeswehr-Kommando Cyber- und Informationsraum nach Bonn. Kommandeurin des Informationsbataillons 381 im brandenburgischen Storkow war sie seit 2017. In die Bundeswehr war Anastasia Biefang ursprünglich als Mann mit dem Vornamen Marc eingetreten. 2015 hatte sie jedoch ihr Coming-Out und ließ sich in Folge umoperieren. Aufgrund ihrer Transsexualität zerbrach auch ihre erste Ehe, inzwischen ist sie jedoch wieder mit einer Frau verheiratet. In der Bundeswehr engagiert sie sich für trans- und inter-Personen und ist zudem stellvertretende Vorsitzende von QueerBW.