In Wels wurde der erste Polizeihund Österreichs un Dienst gestellt: Tasso von der Traun.

In Oberösterreich gibt es heute 48 vierbeinige Polizeischnüffler. Diese haben in unserem Land eine mittlerweile 110-jährige Tradition. Denn schon 1908 wurde in Wels der erste Polizeihund Österreichs in Dienst gestellt.

Dabei handelte es sich um Geschenk des Welser Kaufmannes Franz Holter für die städtische Sicherheitswache mit der Auflage, den Hund, einen Dobermannrüden, der auf den Namen „Tasso von der Traun“ hörte, in Polizeiverwendung zu nehmen. Die Stadtverwaltung ließ den Hund in Deutschland ausbilden, dressieren und übergab ihn anschließend an den Gemeindewachmann Spreitzer.

Werbung

Tasso von der Traun

Dem Hund gehe ein ausgezeichneter Ruf voraus, schwärmte die Lokalzeitung und orakelte: „Den Spitzbuben wird in Zukunft das Leben in unserer Stadt doppelt sauer werden.“ Bis zu Beginn des Ersten Weltkriegs verrichtete „Tasso von der Traun“ zur Zufriedenheit von Polizei und Bevölkerung seinen Dienst.

Dann verliert sich seine Spur. „Weitere Hinweise über die Fortsetzung des Experimentes bis zum Jahr 1939 fehlen“, bedauert man in einer Festschrift der Bundespolizei- direktion aus dem Jahr 1981. Denn erst ab dem Jahr 1939 sei bei dem damaligen Polizeiamt Wels wieder ein Schäferrüde namens „Jann“ mit dem Diensthundeführer Josef Reichl bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Einsatz gewesen.

„Götz vom Taborturm“

Doch mit „Jann“ hat es ein schreckliches Ende genommen. Denn nach Bekanntwerden seiner dienstlichen Funktion wurde er von Besatzungssoldaten erschossen.

Erst 1964 legte man sich in Wels wieder einen Polizeihund zu. Der Deutsche Schäferhund „Bodo vom Taborturm“ trat in die Dienste der Polizeidirektion, für die er bis 1971 Dienst verrichtete. Abgelöst wurde der vierbeinige Welser Schnüffler von „Götz vom Taborturm“, der 1981 in Pension ging. Dieser wurde durch den Deutschen Schäferrüden „Jonny von Pomonia“ ersetzt.

Sie sind die besten Schnüffler

Im Jahr 1980 stockte man in Wels das Polizeihundekontingent auf. Eine eigene Diensthundestation wurde eingerichtet, von da an waren drei Polizeidiensthunde mit ihren Führern unterwegs, um Abgängige zu suchen, Suchtgifte aufzuspüren und um Demonstranten und Ordnungsstörer im Zaum zu halten wie es hieß. Heute hat die Polizei in Wels keine Hunde mehr, aber in Linz stehen sie mit ihren Führern Gewehr bei Fuß.

In der Hauptsache handelt es sich dabei um männliche, deutsche, belgische und holländische Schäferhunde sowie um einen Riesenschnauzer, die hauptsächlich zur Bekämpfung der Suchtmittelkriminalität im Einsatz sind. Sie sind aber auch darauf spezialisiert, Sprengstoffe, Leichen, Brandmittel, verschüttete Personen sowie Dokumente oder Bargeld aufzuspüren. „Tasso von der Traun“ wäre stolz auf seine Nachfahren…