Vor weniger als zwei Monaten hatte der Polizist Mario C. in seiner Heimatstadt Somma Vesuviana geheiratet. In derselben Kirche erfolgte diesen Montag seine Beisetzung. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag war er von jugendlichen Drogenkriminellen aus Kalifornien wegen 100 Euro und einem Gramm Kokain in Rom brutal erstochen worden. Italien lebte vor, wie man seinen Helden die letzte Ehre erweist.

Über tausend Menschen nahmen an der Beisetzung teil, der Rest des Landes verfolgte das Geschehen im Fernsehen. Vor Ort waren die beiden Vize-Ministerpräsidenten Matteo Salvini und Luigi di Maio, die Minister Trenta und Costa, Abgeordnetenkammer-Präsident Fico, der Vizepräsident des Senats, La Russa und die Bürgermeisterin von Rom, Virginia Raggi.

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Ausdauernder Applaus in kleiner Kirche

Sechs Carabinieri in Galauniform trugen den in die italienische Flagge gehüllten Sarg des Polizisten. Dieser wurde mit ausdauerndem Applaus in der kleinen Kirche begrüßt. Mario C. galt als mustergültig. Er war weit über den normalen Dienst hinaus aufopferungsvoll und hilfsbereit. Seit zehn Jahren wirkte er bei den Maltesern mit, um die Armen und Schwachen der Gesellschaft zu unterstützen. So half er bei Armenausspeisungen oder begleitete alte und schwache Menschen auf Wallfahrten. Auch seine trauernde Witwe Rosa Maria, mit der er erst vor einer Woche aus den Flitterwochen zurückgekehrt war, ist beim Malteserorden engagiert.

Viele Besucher waren zu Tränen gerührt, als der Sarg mit einem Foto des Ermordeten mit seiner Frau vorbeigetragen wurden. Ein Mannschafts-Shirt des FC Napoli erinnerte an eine weitere Leidenschaft des Polizisten. Erzbischof Santo Marciano leitete die Feierlichkeiten und führte aus, dass an diesem Tag „ganz Italien trauert“. In einem besonders rührenden Moment verlas Witwe Rosa Maria einen Text, der seit Jahren auf Facebook zwischen Ehefrauen von Polizisten und Soldaten kursiert: „Die Frau eines Carabiniere zu sein“.

Respekt für Polizisten gefordert

„Mit Tränen erinnern wir uns an Mario“, erklärte der Bürgermeister von Somma Vesuviana den anwesenden Journalisten. „All die schönen Momente, die wir zusammen erleben konnten. Aber wir gedenken auch der schrecklichen Tragödie, die nicht ungestraft bleiben darf.“

Drei Fanfaren der Carabinieri ertönten, während weiße Luftballons in den Himmel aufstiegen. Der Kommandant der Carabinieri, Giovanni Nistri, bat darum, dass an diesem Tag die Debatten und Diskussionen um den schrecklichen Mord verstummen mögen. „Mario war ein Polizist, der gestorben ist, um die Rechte aller zu schützen, einschließlich der Rechte von Verhafteten. Zusammen mit ihm fordern wir Respekt für alle anderen Carabinieri, die diesen Beruf ausüben.

Salvini spricht Klartext

Wenig Verständnis zeigte Innenminister Salvini für die Kampagne linker Politiker und Medien, welche die angeblich schlechte Behandlung des mutmaßlichen Mörders kritisieren. Auf Twitter stellte er klar, dass das einzige Opfer, das man beweinen müsse, der getötete Polizist sei, der bei der Ausübung seiner Arbeit gestorben wäre. Die Täter sollten, sofern sie schuldig seien, ihr Leben im Gefängnis verbringen, so Salvini. Finnegan E. hat den Beamten nach aktuellen Erkenntnissen mit elf Messerstichen eines militärischen Messers oder Bajonetts regelrecht hingerichtet. Jede medizinische Hilfe kam zu spät.