Vor wenigen Tagen hat eine fehlerhafte Code-Aktualisierung bei Facebook für Aufsehen in der Medienlandschaft gesorgt. Durch die Panne war auf Facebook-Seiten kurzzeitig einsehbar, welche Administratoren die Beiträge auf Seiten prominenter Persönlichkeiten freigeben. Diese Administratoren sind normalerweise nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

Auch bei Greta Thunberg waren die Seitenautoren sichtbar, sie selbst hat dort aber keinen eigenen Account, wie das Tech-Portal „Wired Magazin“ berichtete.

Seitenautoren öffentlich gemacht

Der Fehler wurde zwar innerhalb einiger Stunden wieder behoben, Nutzern von anderen sozialen Medien wie 4chan oder Imgur ist es trotzdem gelungen, Screenshots davon aufzunehmen. Darauf war ersichtlich, wer tatsächlich die Beiträge auf den Seiten von Ex-US-Außenministerin Hillary Clinton, Russlands Präsidenten Wladimir Putin, der „Klimaretterin“ Greta Thunberg oder dem Hackerkollektiv Anonymous betreut.

Vater und indischer Klimaaktivist posten Beiträge

Erstaunlich ist, dass auf der Seite von Greta Thunberg die Postings nur von zwei Personen stammen. Diese sind ihr Vater Svante Thunberg und der indische „Klimaaktivist“ Adarsh Prathap, der als Delegierter bei der UN-Organisation für Klimawandel tätig ist. Facebook erklärte dazu in einer Stellungnahme: „Wir haben das Problem schnell gelöst, das dazu führte, dass andere Nutzer sehen konnten, wer einen Post im Namen einer Seite abgesetzt hatte, sobald er auf dessen Bearbeitungshistorie klickte. Wir sind dem Sicherheitsexperten, der uns darüber in Kenntnis gesetzt hatte, sehr dankbar.“ 

Screenshots sind echt

Greta Thunberg nahm wenige Tage nach dem Vorfall selbst Stellung dazu und stritt die Echtheit der Screenshots nicht ab. Sie schrieb: „Einige Leute haben gefragt, wer diese Seite managt. Zuallererst muss ich sagen, dass ich seit dem letzten Frühjahr Facebook nur noch nutze, um zu reposten, was ich auf meinen Accounts auf Twitter und Instagram schreibe.“

Greta meint Texte selbst zu schreiben

Greta hätte den Account ihres Vaters benutzt, um Beiträge zu teilen, da Facebook „nichts für sie“ gewesen sei. Für die Moderation einer Facebook-Seite, brauche man jedoch einen Account. Der indische „Klimaaktivist“ Prathap teilte mit, dass die „Greta-Thunberg“-Seite zuerst eine Fanseite war, bei der sich Greta anschließend entschlossen habe, als Mitbetreiberin einzusteigen. Greta Thunberg bestätigt die Aussage und beharrt trotzdem darauf, alle Texte auf der Seite selbst zu schreiben.

Schwacher Trost für Regimekritiker

Facebook entschuldigte sich wegen des Fehlers und stellte klar, dass außer den Namen und den Links zu persönlichen Accounts der Seitenbetreiber keine Profilinformationen veröffentlicht wurden. Der US-amerikanische Medienkonzern hatte bereits in der Vergangenheit Probleme mit der Sicherheit und Privatsphäre von Nutzerdaten und verstärkte anschließend seine Schutzmaßnahmen. Außerdem wurde die Belohnung für Hinweise, die Gefahren von Daten der Facebook-Nutzer zu erkennen und zu beseitigen, erhöht. Lukasz Olejnik vom Zentrum für Technologie und Globale Angelegenheiten an der Universität Oxford erklärte, dass dies für regimekritische Seiten bzw. Personen ein sehr schwacher Trost sei: „Was sensible Seiten anbelangt, will ich nicht ausschließen, dass manche Leute seit dem, was heute geschehen ist, den Eindruck haben, in Gefahr zu sein. Es wäre wohl eine gute Idee gewesen, Fake-Accounts zu nutzen, um die Seiten zu betreiben. Das könnte man jetzt paranoid nennen, aber das ist es nicht.“