Im fränkischen Teil Bayerns kam es zu einer Häufung von Nebenwirkungen bei Mitarbeitern in Kindertagesstätten. In gleich vier Kindergärten im Raum Bamberg gab es dermaßen viele Krankmeldungen, dass diese sogar schließen mussten und berufstätige Eltern plötzlich vor dem Problem standen, nicht zu wissen, wer auf ihre Kinder aufpasst. Nach einigem behördlichen Dementi geht die Impfung an Kindergärtnerinnen einfach munter weiter…

Das Mittel von Astra Zeneca – es ist in Deutschland das Einzige, das derzeit an Personen unter 65 Jahren verimpft wird – kommt nicht aus den Negativschlagzeilen. Nachdem in Österreich und Dänemark tödliche Blutgerinnsel auftauchten, verfügte letzteres Land sogar einen einstweiligen Impfstopp. In Deutschland denkt man aber gar nicht daran, das Mittel erst einmal im Regal zu lassen. 

Häufung von Krankenständen erinnert an Linzer Fall

Die Serie an Fällen erinnert ein wenig an einen Fall in Linz, über den Wochenblick vor wenigen Wochen berichtete. Dort gab es eine Häufung von Krankenständen beim Roten Kreuz nach einer Corona-Impfung mit diesem Mittel – am Tag nach der Impfgabe konnten nicht einmal mehr alle Krankenwägen mit Personal besetzt werden. In Bamberg traf es mit den Kindergärtnerinnen nun eine andere systemrelevante Berufsgruppe. 

Betroffen von der Schließung waren zwar ausschließlich Einrichtungen des kirchennahen „Diakonischen Werks Bamberg-Forchheim (DWBF)“. Die Behörden gehen trotzdem davon aus, dass es auch andernorts zu Krankenständen infolge von Nebenwirkungen kam. Weil die Impfungen am Wochenende stattfanden und daher Montag und Dienstag dort keine Betreuung mehr möglich ist, hat das Landratsamt eine skurrile Lösung…

Impfung am Freitag – Arbeitsfähig am Montag?

Denn dort entschied man kurzerhand, weitere Erzieher und Erzieherinnen nur mehr an Freitagen zu impfen. Bereits morgen sollen weitere 700 Kindergärtner eine Impfung mit dem Astra Zeneca-Mittel empfangen. Das Kalkül der Behörde: „Künftig wollen wir Lehrer und Erzieher am Freitag impfen, damit sie sich am Wochenende auskurieren können und sich die Impfung nicht auf den Betrieb auswirkt.“

Sprich: Die eigentlich zur Erholung gedachte Zeit am Wochenende darf man an den Nebenwirkungen, die häufig von Schüttelfrost bis hin zu hohem Fieber reichen, laborieren. Hauptsache, am Montag ist man wieder einsatzbereit, um mit schlechter Bezahlung einem für die Gesellschaft wichtigen Beruf nachzugehen. An die Einstellung der Impfung – oder zumindest eine Pause – denkt man nicht.

Im Gegenteil: Man bedauert beim Landratsamt sogar noch, dass der Impfstoff vorerst nur für Personen im erwerbsfähigen Alter freigegeben ist und freut sich, dass sich das schon bald ändern wird…

Impf-Arzt beteuert: „Hoch wirksam und sicher“

Aber es kommt noch absurder: Denn wie das Portal „inFranken“ zitiert, reitet bereits der erste regionale „Experte“ aus, um den Impfstoff zu verteidigen. Klaus Wiener ist ärztlicher Leiter am Impfzentrum Bamberg in der Brose-Arena. „AstraZeneca ist kein Impfstoff ‚zweiter Klasse‘, er ist hoch wirksam und sicher“, beteuert der Mediziner trocken.

Und überhaupt sei alles halb so wild: Denn „unspezifische Symptome“ wie Fieber, Gliederschmerzen oder Kopfschmerzen seien gar keine Nebenwirkung, sondern nur eine Impfreaktion. Diese seien „Ausdruck der erwünschten Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff und klingen in der Regel nach wenigen Tagen komplett ab“.

Und eine solche „Reaktion auf die Impfung ist zwar unerwünscht, spricht aber für eine gute Immunantwort und ist harmlos.“ Eine Nebenwirkung sei es erst, wenn es „schwere und anhaltende Impf-Komplikationen oder -schäden“ gibt. Das wird Leute, die sich davor sorgen, nach einer Impfung plötzlich schwer krank im Bett zu liegen, gewiss trösten…