Auf der Insel Lesbos wurde jetzt ein massives Stein-Kreuz von Vandalen zerstört. Das orthodoxe Symbol wurde von einer religiösen Gruppe im September weithin sichtbar an der Felsenküste errichtet. Eine örtliche NGO verlangte die Entfernung des Kreuzes: es sei eine Beleidigung für muslimische Migranten!

Von Kornelia Kirchweger

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Symbol der „Kreuzzügler“ muss weg

Die NGO „Bewegung für das Zusammenleben und den Austausch in der Ägäis“ sieht das Kreuz als unpassend. Ein christliches Symbol werde „zu einem Instrument aufstrebender Kreuzzügler“ umgewandelt. Nun wurde es von Unbekannten laut „Greek Reporter“ zerstört.

Die NGO glaubt, mit dem Kreuz wolle man Migranten hier vom Schwimmen abhalten. Im Sommer ist es laut Medienberichten zu Konflikten zwischen an der Küste Badenden – Einheimischen und Touristen – sowie Migranten gekommen.

Migranten wurden nämlich in Gruppen an den Strand gebracht. Die anderen Badenden beklagten, sie fühlen sich wie an einem „Hot Spot“. Einheimische sind überzeugt, das Kreuz wurde aus Hass zerstört. Inzwischen wurde es laut deutschen Medienberichten von Einheimischen wieder aufgestellt.

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Frontex bringt laufend Migranten auf Inseln

Wie der „Wochenblick“ berichtete, leben auf Lesbos im Migrantencamp Moria über 8000 Menschen. Das Camp ist nur für 3000 Leute ausgerichtet. Jetzt hat sogar der Islamische Staat (IS) einen Teil des Camps unter Kontrolle.

Auf Betreiben sogenannter Aktivisten dürfen sich seit April diesen Jahres neu ankommende Migranten frei auf der Insel bewegen und auch aufs Festland übersetzen. In Summe sind laut griechischem Einwanderungsministerium über 20.000 Migranten in Anhalte-Zentren auf Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos registriert.

In den vergangenen Tagen wurden laut „Naftemporiki“ von Frontex erneut 73 Migranten aus dem Mittelmeer „gerettet“ und nach Leros bzw. Samos gebracht.is griechenland asylanten flüchtlinge

EU-Gelder für Migranten-Camps veruntreut?

Athen hat von der EU seit 2015 insgesamt 1,6 Milliarden Euro für die Betreuung von Migranten bzw. Asylwerbern erhalten. Im September beschuldigte die Zeitung „Phileleftheros“ den griechischen Verteidigungsminister, Panos Kammenos (ANEL), sich an EU-Geldern bereichert zu haben, die für die Anhaltezentren bestimmt sind.

Der Chefredakteur und zwei weitere Journalisten wurden deshalb kurzzeitig eingesperrt. Kammenos wies die Anschuldigungen zurück. Alle Ausgaben seien transparent dokumentiert. Er verlange eine öffentliche Entschuldigung seitens der Zeitung.

Die EU-Betrugsbehörde untersucht den Fall nun wegen „angeblicher Unregelmäßigkeiten betreffend die mit EU-Geld finanzierte Bereitstellung von Nahrungsmitteln für Migranten“.