Christine Rührlinger, Geschäftsführerin des großen Brautmode-Geschäfts Hänsel und Gretel erklärte am vergangenen Wochenende in einem Video detailreich, wie sich die Corona-Maßnahmen auf ihr Geschäft auswirken. Sachlich und seriös führt sie vor Augen, wie willkürlich manche Bestimmungen anmuten. Sechs Wochen der Maßnahmen führten bislang zu einem Umsatzrückgang von einer halben Million Euro.

Zunächst wirft Frau Rührlinger eine Frage auf, die sich nicht nur Wirtschaftstreibende sondern auch Konsumenten seit Beginn der Maßnahmen häufig gestellt haben. Alle Maßnahmen werden ausschließlich durch die Medien ausgerichtet. Es gab nicht ein offizielles Schreiben einer Behörde an die Betroffenen. Ihre Videobotschaft könnte mit jeweils anderem Sortiment von vielen anderen Klein- und Mittelständischen Unternehmern stammen. Bis Redaktionsschluss wurde sie rund 70.000 Mal angesehen.

Warnung vor großer Kündigungswelle

Auch an der Wirtschaftskammer übt Frau Rührlinger Kritik. So kamen die Informationen der Kammer erst nach Ostern. Hätte sich das Unternehmen nicht selbst informiert, wäre viel Zeit verloren gegangen. Weltfremde Regelungen und Grenzschließungen schaden dem Geschäft. Dabei schildert die Brautmoden-Spezialistin, dass bereits zahlreiche Hochzeiten ins nächste Jahr verschoben wurden. Auch wenn das Unternehmen keinen einzigen Mitarbeiter kündigen musste, warnt Rührlinger davor, dass mit dem Ende der Kurzarbeit eine weitere große Kündigungswelle auf Österreich zukommen werde.

Finanzhilfen und Kredite nicht für Unbequeme?

Unkomplizierte Finanzhilfen und Kredite scheinen ausschließlich zur PR-Maschinerie der Regierung zu gehören. Nachdem man das Video gehört hat, kommt man unweigerlich zu der Vermutung, dass ein Naheverhältnis zu Regierungsparteien und die uneingeschränkte öffentliche Zustimmung eventuell ganz hilfreich sein könnten, um tatsächlich zu Finanzhilfen zu kommen. Auf den Punkt gebracht, demontiert Frau Führlinger den PR-Spruch der Regierung von der „Hilfe, koste es was es wolle“ hin zu „Kostet es Euch was wir wollen und wenn es die unternehmerische Existenz ist“.

FPÖ-Kickl: „15 Minuten, die sich auszahlen“

FPÖ Klubobmann Herbert Kickl kommentierte das Video auf Facebook wie folgt: „Ich teile hier die Schilderung dieser Unternehmerin, natürlich ohne sie dadurch vereinnahmen zu wollen. 15 Minuten, die sich auszahlen, wenn man wissen will, was bei den Corona-Unterstützungen der heimischen Betriebe durch Regierung und Banken derzeit alles schiefgeht. Ich hoffe sehr, dass dieses und auch die zahllosen anderen betroffenen Unternehmen die Krise überstehen.“ Es wurde seither hunderte Male mit einem „Like“ versehen und geteilt.