Kyrie Irving (re., mit dem Ball) will sich trotz des Drucks nicht impfen lassen - und verzichtet sogar auf Spieleinsätze.

So könnte der Impfdruck ins Leere laufen: Wenn alle öffentlichen Personen, die kein echtes Interesse an einer Corona-Impfung haben, sich derart unverrückbar zeigen würden. Kyrie Irving (29) von den Brooklyn Nets will sich nicht impfen lassen. Auch dass er damit im harten 1G-Regime in New York kein einziges Training und kein Ligaspiel absolvieren darf, ist ihm egal. Für ihn ist es seine persönliche Impf-Entscheidung und sein Körper. Auch andere Sportler sind aufgrund des steigenden Impf-Drucks in einem schweren Dilemma.

  • Irving will sich auch nach Spielverbot nicht impfen lassen
  • Anders als einige Kollegen gibt er auch hartem Druck nicht nach
  • US-Profi-Ligen machen massiv Druck auf Sportler – und feiern sich jetzt für ihre hohen Durchimpfungsraten
  • Skeptische Sportler auch im internationalen Tennis – Weltranglistenerster Novak Djokovic kritsiert Impfungen und Impfzwang
  • Österreichs Tennis-Star Dominic Thiem will auf Totimpfstoff warten
  • Zeit bis zu den Australian Open drängt – dort herrscht Impfpflicht
  • Deutsche Leichtathletin klagte nach Impfung über üble Nebenwirkungen, musste aus Bewerb aussteigen

Spielverbot für ungeimpften Basketball-Star

Im „Big Apple“ fahren die regierenden Demokraten ein besonders hartes Regime. Nur wer geimpft ist, darf Sportstätten betreten. Das gilt auch für die Spieler – das heißt: Es gibt keine Heimspiele für den in Australien geborenen Sportler Kyrie Irving. Weil ihm daher auch das Gehalt für die Spiele nicht zusteht, entgehen ihm so 17 Millionen Dollar. Das ist ihm egal: Kein Geld der Welt kann ihn dazu drängen. Irving nimmt die Konsequenzen hin. Er hofft weiter auf Einsätze und hält sich in Form.

Seine Begründung ist simpel: „Es geht nicht um eine politische Sache, nicht um die NBA, nicht um irgendeine Organisation. Ich tue, was das Beste für mich ist. Ich kenne die Konsequenzen und wenn das bedeutet, dass ich dafür verurteilt und verteufelt werde, dann ist das eben so. Es geht um mein Leben und um das, was ich beschließe.“ Immerhin sei es sein eigener Körper – darüber kann nur er selbst bestimmen. Er nimmt auch die Entscheidung des Trainers zur Kenntnis, ihn auch in Auswärtsspielen nicht einzusetzen. 

Druck der US-Profi-Ligen: Doch einige bleiben stark

Er ist nicht der einzige US-Profi-Sportler, der dieses Problem hat. Im Basketball betraf dies auch Andrew Wiggins von den Golden State Warriors. Dieser suchte um eine Ausnahme-Genehmigung an, weil er sich aus religiösen Gründen nicht impfen lassen wollte. Der Basketball-Verband NBA verweigerte ihm diese. Nachdem der Druck auf ihn wuchs – auch in San Francisco gilt eine Impfpflicht für Sport-Arenen – gab er schließlich nach und ließ sich impfen. Die großen US-Sportligen stemmten sich zwar gegen einen offiziellen Impfzwang – machten den Profis allerdings gehörig Druck.

Nach der Horror-Warnung, dass man vielleicht als ungeimpfter Spieler die Grenze zu Kanada – sechs Teams kommen aus dem Nachbarland – nicht überqueren dürfte, gefällt sich die Eishockey-Liga NHL mit einer 99-prozentigen Impfrate. Nur vier Spieler würden ausscheren. Die Major League Baseball (MLB) verlangt die Impfung nicht für Spieler, dafür aber für Club-Mitarbeiter und für die Teilnahme an den niedrigeren Ligen. Ein Football-Profi der Buffalo Bills sorgte unlängst für Aufsehen, als er die Corona-Vakzine öffentlich anzweifelte: „Wenn die Impfung wirkt, warum muss man dann die Geimpften vor den Ungeimpften schützen?“, schrieb Cole Beasley auf Twitter.

Djokovic gegen Impfzwang im Tennis

Eine Corona-Impfung als Voraussetzung für die Teilnahme an Sportveranstaltungen – für die Betroffenen ist es wie ein Impfzwang für den Arbeitsplatz. Gerade in einigen anderen Sportarten gestaltet sich die Frage noch problematischer: International tätige Sportler müssen sich womöglich von einem Spiel oder Rennen zum nächsten auf neue Regeln einstellen. Das betrifft etwa auch die besten Tennisspieler der Welt, die vor einem nahezu unlösbaren Dilemma stehen – zumal sie für Preisgeld und nicht auf Vertrag spielen. 

Genauso wie in der restlichen Bevölkerung sind auch die Meinungen der Sportler gespalten. Während Ex-Olympiasieger Andy Murray sogar öffentlich zur Impfung aufrief, positionierte sich der serbische Weltranglistenerste Novak Djokovic als großer Kritiker der experimentellen Impfungen. Er trat öffentlich gegen Impfzwänge auf. Seit einigen Tagen spekulieren Medien nun darüber, ob er sich selbst trotzdem impfen ließ. Denn für die Australian Open im Jänner – der „Djoker“ ist Rekordsieger des Turniers – ist eine Impfung eine Voraussetzung zur Teilnahme. 

Thiem will eigentlich auf Totimpfstoff warten

Das ganze könnte dort auch im Herbst noch einmal schlagend werden – denn auch in New York findet mit den US Open ein Grand-Slam-Turnier statt. Im Jahr 2020 gewann dort der Niederösterreicher Dominic Thiem als erster Österreicher nach 25 Jahren ein Turnier der höchsten Kategorie im Einzel. Auch der momentan verletzte Ex-Weltranglistendritte ist derzeit noch nicht geimpft und will sich mit der Entscheidung jedenfalls noch bis in den November zeitlassen

Vor dem Druck des Zwangs in Australien – bei einem Nichtantreten verliert er die 1.200 Punkte für den Finaleinzug vor zwei Jahren – hofft er auf die baldige Zulassung des Novavax-Impfstoffs. Damit kann er sich offenbar eher anfreunden als mit den mRNA- oder Vektor-Vakzinen, die momentan am Markt sind. Gerade im Tenniszirkus sind viele Spieler angesichts der enormen physischen Belastung ihres Sports eher skeptisch gegenüber der Impfung. Auch der letztjährige French Open-Finalist Stefanos Tsitsipas aus Griechenland machte sich Sorgen über Nebenwirkungen – gibt nun aber wegen der Impfpflicht für das Antreten bei Turnieren nach.

Deutsche Leichtathletin hatte üble Nebenwirkungen

Für Schlagzeilen sorgte der Fall der deutschen Siebenkämpferin Carolin Schäfer im Vorfeld der Olympischen Spiele in Tokyo – Wochenblick berichtete. Aus dem prestigeträchtigen Mehrkampf-Meeting in Götzis in Vorarlberg musste sie Ende Mai aussteigen. Sie sprach danach davon, dass sie seit einiger Zeit an Impf-Nebenwirkungen laboriere. Bis zur Olympiade wurde sie zwar wieder fit – mit dem siebten Platz blieb die einstige Vizeweltmeisterin allerdings deutlich hinter den Erwartungen zurück. 

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