Sabine Binder ist Landtagsabgeordnete der FPÖ und Bürgermeisterkandidatin in ihrer Heimatgemeinde Wallern bei den Gemeinderatswahlen im September 2021. Sie erlebte hautnah mit, welche unsichtbaren Netzwerke manche Medien scheinbar tief in die Ämter hinein haben. Datenschutz dürfte da ein Fremdwort sein. Denn Sabine Binder erfuhr über Medienberichte über ihr Corona-Testergebnis.

Ein Interview geführt von Christian Müller

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Frau Binder, Sie ließen aufgrund des positiven Testergebnisses von Manfred Haimbuchner am 13.03.2021 auch einen PCR-Test durchführen – wie war das Ergebnis?
Zunächst einmal bin ich sehr froh, dass es Manfred Haimbuchner wieder gut geht. Mein Test war negativ. Unser 2. Landtagspräsident Adalbert Cramer wurde positiv getestet.

Wie erklären Sie sich dann die Pressemeldungen vom Morgen des 18.03.2021, dass Sie positiv getestet wurden?
Am Mittwoch, den 17.03., nachmittags, bin ich routinemäßig in Bad Schallerbach zum Antigen-Test gegangen – ich habe ein Friseurgeschäft. An den negativen PCR-Test vom 13.03. habe ich dabei nicht gedacht – der wäre noch gültig gewesen. Der Antigentest vom 17.03. war positiv. Um ca. 15 Uhr erhielt ich einen Anruf von der BH Grieskirchen, dass ich mich einem PCR-Test unterziehen muss. Der könnte dann auch noch negativ ausfallen. Der Termin für den PCR-Test wurde am 18.03. um 11:20 Uhr angesetzt. Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch selbst gar kein offizielles Testergebnis haben konnte, erfuhr ich aus den Medien bereits am Morgen vor dem Test über mein positives(!) Testergebnis. Es ist unfassbar, wie hier offensichtlich mit dem Datenschutz umgegangen wurde. Das geht eindeutig zu weit.

Unlogische Quarantänemaßnahmen

Sie sind dann bereits mit Wirkung vom 17.03. (also dem Tag des positiven Antigen-Tests) per Bescheid für zwei Wochen zur „Absonderung in Heimquarantäne“ verpflichtet worden.
Ich selbst wurde in Quarantäne geschickt. Meine Familie durfte aber bis zum Vorliegen meines PCR-Test-Ergebnisses noch frei das Haus verlassen. Das ist für mich unverständlich. Ich hatte nach dem PCR-Test leichte Schnupfen-Symptome, aber ansonsten saßen wir gemeinsam bis 30.03. symptomlos zu Hause. Auf das „Freitesten“ nach 10 Tagen zur Verkürzung meiner Quarantäne habe ich aus Solidarität zu meiner Familie verzichtet. Diese Quarantänemaßnahmen sind für viele Menschen unlogisch.
Aus meiner Sicht braucht es möglichst schnell einen evidenzbezogenen Umgang mit allen Maßnahmen – auch unter Einbeziehung kritischer und alternativer Experten. Das würde die Akzeptanz in der Bevölkerung deutlich erhöhen.

Impfen ist Privatsache

Sie sehen die Corona-Maßnahmen also kritisch. Werden Sie sich impfen lassen?
Vorläufig nicht. Die Frage stellt sich zum Glück aufgrund meines Alters noch nicht und wenn es so weit ist, möchte ich frei entscheiden können. Impfen ist noch immer Privatsache!

Sie kandidieren bei den Gemeinderatswahlen im September 2021 für das Amt der Bürgermeisterin von Wallern. Wie sehen Sie die Zukunft und welche Gestaltungsmöglichkeiten sehen Sie auf Gemeindeebene?
Mein Ziel ist es, unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder selbst mitzugestalten. Eine funktionierende Gemeinde kann das in ihrem Verantwortungsbereich unter Einbeziehung aller Altersgruppen sehr gut bewerkstelligen und unterstützen.
In diesem Sinne ist es mir besonders wichtig, eng, konstruktiv und fair mit allen Fraktionen im Gemeinderat zusammenzuarbeiten und weitere Möglichkeiten zu schaffen, dass sich engagierte Wallerner mit ihren Ideen, Wünschen, Anregungen und persönlichem Einsatz in die Gemeindearbeit einbringen können.

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