In der Osterwoche beginnt die Umsiedlung von 1.600 „unbegleiteten minderjährigen“ Migranten von der Griechen-Insel Lesbos in acht EU-Länder. Den Anfang macht Luxemburg – es nimmt elf Kinder auf.  Indes forderte die EU-Kommissarin für Inneres, Ylva Johansson die EU-Länder auf, ihre Willkommenskultur zu verbessern und Asylanträge ermöglichen. In Griechenland ist das nach einer einmonatigen Pause jetzt wieder möglich.

Bei den acht aufnahmewilligen Länder gibt es immer wieder neue Varianten: neben Deutschland und Luxemburg werden Frankreich, Irland, Portugal, Kroatien und Finnland – aber auch Litauen genannt. Insgesamt wurden 2.000 junge Migranten gemeinsam mit Griechenland für eine Umsiedlung „identifiziert“, sagte EU-Chefin Ursula von der Leyen. Die Eltern werden später nachkommen. Man müsse aber auch die Schwächsten von den Insel-Camps in Hotels am Festland unterbringen, bevor Corona in die Lager komme. Die Hotels seien ohnehin leer und vorbereitet. Auf Lesbos gibt es angeblich außerhalb der Migranten-Camps sechs bestätigte Corona-Fälle. In einem Migranten-Camp außerhalb von Athen wurden bereits 20 Corona-Fälle bestätigt.

Riesenbudget für Abwicklung in Griechenland

EU-Kommissarin Johansson stellte dann den großen Hilfsplan für Griechenland vor, der mit 700 Mio Euro veranschlagt wurde. 350 Mio Euro stehen sofort zur Verfügung. Sie werden für die Hotelmiete für 25.000 Betten und Bargeldhilfe für Migranten (90 Mio Euro) ausgegeben. Für den Ausbau und Betrieb von Migranten-Camps am Festland. Für Familien und Kinder in der Einrichtung Kara Tepe auf Lesbos und für die temporäre Unterbringung von Migranten in Hotels, die aus den Camps zur Umsiedlung geholt werden.

Zusätzliche 350 Millionen Euro angefordert

Zusätzliche 350 Mio Euro fordere man noch an. Ein Großteil davon gehe in den Bau von fünf neuen Registrierungszentren auf den griechischen Inseln noch in diesem Jahr (Inselbewohner gingen dagegen bereits auf die Straße). 10 Mio Euro kostet das Programm zur freiwilligen Rückkehr von Migranten in ihre Heimat samt Integrationshilfe vor Ort auf (2.000 Euro pro Person für eine Gruppe von 5.000). Dazu kommen die Kosten zur Finanzierung von Leistungen und Material in den neuen Camps, 100 Mio Euro für die Bereitstellung und Einsatzkosten von Grenzwachen und Polizeikräften an den EU-Außengrenzen und der bulgarisch-griechischen Grenze und 20 Mio Euro für FRONTEX (EU-Küstenwache) und das EU-Unterstützungsbüro für Asylfragen (EASO).