Stellen Sie sich eine kleine Tischlerei mit fünf Mitarbeitern vor. Alle kennen sich seit vielen Jahren, manchmal gibt es dicke Luft, aber im Grunde kommen sie gut miteinander aus. Sie sind sich vertraut und haben ein gemeinsames Ziel: den Erfolg ihrer Tischlerei.

Ein Kommentar von Elsa Mittmannsgruber

Die Mitarbeiter identifizieren sich mit dem Betrieb und wissen, dass sie zusammenhalten müssen, um ihn aufrecht zu halten. Sie geben ihr Bestes, um ihre eigene Zukunft und die ihrer Kollegen zu sichern. Sie nehmen Rücksicht aufeinander, niemand ist einfach so leicht ersetzbar, weil er mit dem Betrieb verwoben ist und ihn erfolgreicher gemacht hat.

Dadurch, dass alle an einem Strang ziehen, wird ein Verhalten gegen die Gemeinschaft sofort bemerkt und nicht geduldet. Ein jeder ist ein Teil des Unternehmens und formt es mit seiner Persönlichkeit.

Nun denken Sie an einen Großkonzern. Die tausenden Mitarbeiter sind über viele Länder verstreut, ganz gerne finden sie sich in der untersten Kette in Dritte-Welt-Ländern. Die obersten und die untersten Etagen verbindet nichts, nur wenige können sich mit dem Unternehmen identifizieren und kümmert es, ob der Konzern nun eine Milliarde mehr oder weniger Umsatz macht, solange sie ihre paar Euro Gehalt bekommen.

Das deshalb, weil der Konzern-Vorstand sich nicht um ihr Wohl schert. Die Angestellten sind meist nicht mehr als eine Nummer. Sie kennen nicht ihre Namen, ihre Schicksale. Sie sind ersetzbar, ein kleines Rädchen in einer endlos langen Arbeitsteilungskette. Ein paar Wenige können sich bereichern, während der große Rest für einen Hungerlohn schuftet.

Genauso verhält es sich bei einem Gebilde wie der EU. Eine kleine Elite bereichert sich an der Masse der Staaten und ihrer Bürger. Mit dem Unterschied, dass dies unter dem Deckmantel eines großen, gutgemeinten Ganzen geschieht. Deshalb sollen die Nationen auch freiwillig ihre Interessen hintanstellen.

Gemeinsame Feinde wie das Klima oder Corona sollen die Forderung nach einer „stärkeren EU“ und damit schwächeren Nationalstaaten untermauern, denn nur die EU könne solche Bedrohungen abwehren.