2017 flossen insgesamt 32,7 Mrd. Euro in Richtung der Heimatländer von zumeist Migranten, rechnet Eurostat, das statistische Amt der EU, vor. Der Großteil der Transfers ging mit 33 Prozent nach Afrika (19 Prozent Nordafrika, 14 Prozent Zentral- und Südafrika), gefolgt von Asien (20 Prozent) und Südamerika (14 Prozent). In europäische Nicht-EU Länder gingen 13 Prozent.

Ein Report von Kornelia Kirchweger

Abflüsse mindern Kaufkraft in der EU

Lediglich 10,7 Mrd. Euro wurden 2017 aus Drittstaaten in die Union überwiesen, was ein Minus von 22 Mrd. Euro gegenüber der restlichen Welt ergibt, das höchste seit 2012 (-19,8 Mrd-). In dieser Hinsicht ist Migration in der Tat Bereicherung und Quelle für Wohlstand: Allerdings für die Empfängerländer, in denen die Kaufkraft erheblich gestärkt wird. Der EU-Wirtschaft hingegen geht dieses Geld verloren, weil es nicht in der Region ausgegeben wird.

Eurostat bezeichnet diese Geldflüsse als „persönliche Übertragungen“. Hier sind Geld- und Sachleistungen inkludiert, unabhängig von der Finanzierungsquelle, der Beziehung zwischen Haushalten und vom Zweck des Transfers. Es handelt sich also nicht nur um Heimatüberweisungen (Arbeitnehmerentgelt).

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4,6 Mrd. Euro aus Deutschland

Am meisten Geld floss aus Frankreich ab: 2017 waren es 10,6 Mrd. Euro. 74 Prozent davon gingen in Länder außerhalb der EU. Dem folgen Spanien mit 7,3 Mrd. Euro (es gibt keine Daten über Zuflüsse) und das Vereinigte Königreich (6,8 Mrd.).

Persönliche Geldtransfers aus Italien machten 6,1 Mrd. Euro aus. 75 Prozent davon gingen in Länder außerhalb der EU. Aus Deutschland flossen laut Eurostat 4,6 Mrd. Euro ab, doch es gibt auch andere, dramatischere Einschätzungen. Diese Länder zählen zu den Nettoverlierern, weil weniger Geld zurückkam. Für Spanien liegen keine Zahlen vor.

Auch Österreich verliert

Österreich zählt mit einem Minus von 580 Mio. Euro ebenfalls zu den Nettoverlierern. Der Großteil der Transfers fand innerhalb der EU statt. 850 Mio Euro flossen aus dem Land, fast zwei Drittel davon in EU-Länder. 267 Mio Euro wurden ins Land überwiesen, mehr als die Hälfte kamen aus EU-Ländern.

Nettogewinner: Portugal, Polen und Rumänien

Über mehr Zuflüsse als Abflüsse können sich die folgenden Länder freuen: 3,6 Mrd. Euro wurden nach Portugal überwiesen. Nach Polen gingen 3,1 Mrd. Euro und nach Rumänien 2,8 Mrd. Euro. Ein Großteil der Transfers kam in allen drei Fällen aus EU-Ländern. Eine Erklärung dafür ist, dass viele Menschen aus diesen Ländern in anderen EU-Ländern arbeiten.

Nigeria Haupt-Empfänger

Im Jahr 2017 schickten Migranten weltweit 466 Mrd. US-Dollar zu ihren Familien nach Hause. Rund 800 Millionen Menschen weltweit zählten dabei zu den Empfängern. Größtes Empfängerland von Geldüberweisungen aus aller Welt in Afrika war 2017 Nigeria.

In Liberia machten die Geldüberweisungen nach Hause gleich 25,9 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes aus. In Asien profitieren laut Medienberichten Indien, China und die Philippinen am meisten von Geldsendungen nach Hause.