Erdogan Türkei

Der massive Währungsverfall und die Inflation belasten die wirtschaftliche Lage der Türkei. Hilfe von der Europäischen Union wird es allerdings vorerst nicht geben. Für die Probleme sei das Land am Bosporus nach Ansicht Brüssels schließlich selbst verantwortlich.

Die türkische Wirtschaft wird von der hohen Inflation und einem drastischen Wertverfall der Währung belastet. Die Lira hat seit Jahresbeginn 35 Prozent gegenüber dem Euro und 38 Prozent gegenüber dem Dollar abgewertet.

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Probleme sind hausgemacht

„Die aktuellen wirtschaftlichen Probleme der Türkei sind im Grunde genommen hausgemacht. Die Situation kann nicht dadurch gelöst werden, dass die EU oder einzelne Mitgliedsstaaten Hilfspakete oder Kredite an Ankara vergeben“, sagte der österreichische EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn gegenüber der „Welt“.

Hahn erklärt weiter: „Eine solide Geldpolitik, eine unabhängige Notenbank und die nachhaltige Wahrung demokratischer Grundsätze würden helfen, damit es in der Wirtschaft wieder bergauf geht.“ Wenn Vertrauen in die Politik zurückkehre, würden westliche Unternehmen auch wieder stärker in der Türkei investieren. „Ich sehe hier vor allem die politische Führung in der Türkei in der Verantwortung“, sagte Hahn.

Erteilt dem Erdogan-Regime eine Absage: EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn

Erdogan ortet „Verschwörung des Westens“

Erdogan sprach in mehreren Reden von einer „Verschwörung des Westens“ gegen das NATO-Mitglied Türkei und einem „Wirtschaftskrieg“. Die Regierung in Ankara will nun mit einem Aktionsplan für die Wirtschaft die Märkte beruhigen und den Kursverfall stoppen.